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Das aktuelle Thema: Wie der Palettentausch in Europa funktioniert

Grundlagen und Schwierigkeiten des Palettentauschs in Europa

TIMOCOM Pressemitteilungen – Aktuelle Meldungen

Europaletten-Tausch als Kreislauf

Europaletten erfreuen sich gerade großer Beliebtheit. Allerdings eher in verarbeiteter Form als Einrichtungsgegenstände wie Tische, Bänke oder Regale im „Industrial Style“. In der Transportwelt hingegen, wo die Holzpalette ihre ursprüngliche Verwendung hat, gilt sie oft als Zankapfel. Doch warum ist das Image der Palette so schlecht?

Laut einer aktuellen Studie zu Mehrwegtransportverpackungen der EKUPAC GmbH ist der Einsatz von Mehrwegpaletten im europäischen Warentransport in den letzten 15 Jahren von 280 Millionen auf ganze 550 Millionen Stück gestiegen und damit unabdingbar geworden. Deutschland ist mit rund 100 Millionen Holzträgern im jährlichen Umlauf der europäische Spitzenreiter.

Die Schwierigkeit bei der Palette liegt an dem Zusatz „Mehrweg-“, der einen Tausch von abgelieferter Ware auf Paletten gegen leere Paletten einschließt. Doch Europalette ist nicht gleich Europalette. Auch hinter dem vermeintlich simplen Palettentausch-Prinzip stecken einige Herausforderungen für alle Beteiligten: für das Transportunternehmen als Auftragnehmer, für den Fahrer, der den Auftrag ausführt und den Empfänger der entladenen Ware.

Leere Palette gegen vollgepackte Palette gegen leere Palette gegen…

Das Prinzip des Palettentauschs ist leicht erklärt. Waren, die produziert werden, müssen auch transportiert werden. Für den sicheren Transport in einem Lkw werden die Waren meist auf die sogenannte Europoolpalette – gemäß Gütenorm UIC 435/2 – gepackt, festgezurrt und in den Lkw befördert. In so einem Fall würde beispielsweise ein leerer Lkw mit leeren Paletten zu einer Beladestelle fahren und die leeren Holzträger gegen eine bereits auf Paletten gepackte Ware eintauschen. Im nächsten Schritt fährt der Fahrer mit dem so vollgeladenen Lkw zur ausgemachten Entladestelle und liefert die Waren ab. Normalerweise würde dieser auch hier die gleiche Anzahl an leeren Paletten im Gegenzug erhalten.

Somit würde bei fortwährendem Holzträger-Austausch ein gut funktionierender Paletten-Kreislauf entstehen. Doch wegen gestiegener Anforderungen, einem immer höheren Zeitdruck und zunehmenden Schnittstellen innerhalb der Logistikprozesse, ist auch der Tauschprozess wesentlich komplexer geworden.

Schwierigkeiten beim Tauschprozess

Der Tauschvorgang, der eine subjektive Qualitätsbestimmung, manuelle Mengenerfassung und Verbuchung der Holzträger beinhaltet, wird auf einem Formular, dem sogenannten „Palettenschein“, festgehalten. Die Stolpersteine sind hier vielfältig. Der vielleicht häufigste Problemfall hängt mit der Anforderung an den Lkw-Fahrer zusammen, 33 tauschfähige Europaletten mitzuführen. Denn gleichzeitig muss der Lkw aber auch volle Kapazität bieten können, falls gerade keine palettierte Ware zu transportieren ist. Besonders im internationalen Verkehr ist mit wechselnden Bedingungen zu rechnen. Führt der Fahrer dann keine leeren Paletten zum Tausch mit, weil er beispielsweise an der letzten Entladestelle keine Paletten zurückerhalten hat, muss er bei den Folgeladungen „Palettenschulden“ machen und ggfs. eine Verpflichtung zur späteren Rücklieferung eingehen.

Auch umgekehrt kommt es zu Schwierigkeiten, wenn der Empfänger an der Rampe der Entladestelle zwar die Ware entgegennimmt, dem Fahrer jedoch im Gegenzug entweder keine, eine nur unvollständige Anzahl oder kaputte und minderwertige Paletten mitgibt. Der Missstand muss dokumentiert und im Nachgang noch geklärt werden. Selbst wenn die Anzahl und Qualität der zurückgegebenen Paletten stimmt, ist oft die Zeit an der Rampe so knapp, dass der Empfänger die leeren Paletten einfach in den Lkw befördert. In so einem Fall bedeutet es für den Fahrer, dass er die leeren Paletten wieder in den hierfür vorgesehenen Staukasten tragen muss. Bei 33 Paletten à 23 kg Eigengewicht sind das „mal eben“ 760 kg. Ein bürokratisches und rechtliches „Hin und Her“ verbunden mit Zeit-, Nerven-, Geldverlust ist also vorprogrammiert.

TimoCom Frachtenbörse – Anmerkung zu: Kein Tausch von PalettenMarcel Frings, Company Spokesman von TimoCom, bestätigt diese Erfahrung seitens der Nutzer der Transportplattform: „Einige unserer Kunden schreiben schon beim Eintragen ihrer Angebote in die Transportplattform den Vermerk „no change / kein Tausch“ rein, um den potenziellen Geschäftspartner im Vorfeld zu informieren, dass kein Tausch erforderlich ist. Denn solche Transporte bedeuten weniger Arbeit und sind beliebter.“

Palette 4.0: Palettentausch mit App

Insgesamt ist der manuelle Palettentausch gerade in Zeiten der Automatisierung und Digitalisierung ein schwerfälliger, dringend überholungsbedürftiger Prozess. Dieser Herausforderung hat sich das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (kurz: IML) zusammen mit der Gütegemeinschaft Paletten e.V. (kurz: GPAL) angenommen. Die so gemeinsam entwickelte App „PalletCheck Express“ soll den Palettentausch deutlich vereinfachen und optimieren. „Der Benutzer schießt einfach ein Foto von einem Palettenstapel, die App zählt die Paletten und versendet automatisch das erstellte Tauschdokument per E-Mail. Darin enthalten sind neben der exakten Anzahl der Paletten, Ort und Zeit des entsprechenden Tauschvorgangs. So ist der Tausch schnell, einfach, verlässlich und digital dokumentiert“, erklärt Dipl. –Inform. Martin Fiedler, Teamleiter AutoID-Technologien beim Fraunhofer IML. Durch die genaue Dokumentation soll deutlich Zeit und Geld eingespart werden können.

Die App ist zunächst in deutscher Sprache verfügbar und funktioniert auf jedem Android oder Apple Smartphone. Bis sich jedoch eine mobile Lösung in der Branche durchgesetzt und bewährt hat, wird der Palettentausch weiter mit viel Aufwand und möglichen Störungen sowie Problemen verbunden sein. Daher sollten Auftragnehmer und Auftraggeber sich genügend informieren und bereits im Vorfeld klären, ob und wie getauscht wird.

Über den Autor:

Olga Polasik - Communications Specialist

Olga Polasik-Rüffer ist studierte Komparatistin und Anglistin. Bereits zu Unizeiten war sie als Campusradio-Redakteurin und Texterin für internationale Unternehmen wie die SonyBMG oder die Solarpioniere von RESOL Regelungstechnik aktiv. Seit mehr als acht Jahren treibt die Kommunikationsspezialistin bei TimoCom spannende Themen für die Transport- und Logistikbranche voran und ist federführend bei der Entwicklung von digitalem Content. Weil Storytelling nicht nur ihr Job, sondern ihre Leidenschaft ist, schreibt die gebürtige Polin Songs, Kurzgeschichten und Interviews auch in ihrer Freizeit.

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