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Service-Mitteilung: Wer ist eigentlich für die Ladungssicherung im LKW zuständig?

Sachverständiger für Ladungssicherung von Transporten gibt Tipps im Exklusiv-Interview

TIMOCOM Pressemitteilungen – Aktuelle Meldungen

Kopfschlinge und Paletten blockieren die Lücke nach vorne

Erkrath, 18. Oktober 2018 – Laut Gesamtverband Deutscher Versicherer (GDV) sind 70 Prozent der LKW auf Deutschlands Straßen nicht richtig oder unzureichend gesichert. Dabei ist die korrekte Sicherung des Transportes gemäß Straßenverkehrsordnung (StVO) und Handelsgesetzbuch (HGB) Pflicht. Doch wer ist am Ende dafür verantwortlich: Spediteur, Fahrer oder Verlader? Und worauf kommt es bei Ladungssicherung eigentlich an? Wertvolle Tipps liefert Alfred Lampen, Sachverständiger, Trainer und Autor zum Thema Ladungssicherung in der Logistikbranche. 


Worum geht es bei Ladungssicherung?

Es geht in erster Linie darum, dass die Ware auf dem Fahrzeug bleibt, dass niemand verletzt wird und die Ware nicht beschädigt wird.


Jeder fünfte Unfall im LKW-Verkehr ist gemäß GDV ein „Unfall durch verlorene Ladung“. Dabei entstehen jährlich ca. 1600 schwere Unfälle auf deutschen Straßen und Kosten in dreistelliger Millionenhöhe. Was kann man gegen unzureichende Ladungssicherung tun?
Der Verlader hat hierbei eine entscheidende Position. Nehmen wir an, der Fahrer kommt zur Beladestelle und hat für eine bestimmte Ladung ein unpassendes Fahrzeug, das Fahrzeug ist kaputt oder er hat keine Zurrgurte mit. Dennoch wird die Ware verladen und kommt beschädigt beim Kunden an. Der Kunde beschwert sich, das ist schlecht fürs Geschäft und sicher auch nicht im Interesse des Verladers. Katastrophal wird es, wenn dabei Menschenleben gefährdet werden. Beispielsweise bei ungesicherten Papierrollen. Eine einzige Rolle wiegt mehrere Tonnen. Bei einer Vollbremsung kann die Rolle oder auch jede andere Ware durch die Fliehkraft außer Kontrolle geraten. Die Ware gerät auf die Straße oder wird nach vorne katapultiert. Die Folgen sind fatal.

Es hätte hier eine Verlader-Anweisung gebraucht, in der steht, dass man bspw. Antirutschmatten braucht und Gurte, um die Ladung auf bestimmte Art und Weise zu sichern. Das müsste dann zuvor vom Spediteur oder vom Auftragnehmer gewährleistet werden, sonst erhält er den Auftrag nicht.


Gibt es solche Anweisungen? Und wenn ja, wer überprüft deren Einhaltung?
Viele Verlader oder Kunden aus Industrie und Handel haben ihre Verantwortung hier noch nicht vollständig erkannt, weil sie nicht über die nötigen Informationen verfügen. Andere wiederum setzen das bereits nahezu perfekt um: Die chemische Industrie ist da streng. Hier gibt es ganz genaue Vorgaben, die abgearbeitet werden müssen, bevor der LKW losfahren kann.

Woher erhalte ich die Informationen zur korrekten Ladungssicherung?
Über die Berufsgenossenschaft Verkehrswirtschaft Post-Logistik Telekommunikation (BG Verkehr) oder über den Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) e.V.  erhält man entsprechende Broschüren. Über die Transport- und Logistik-Verbände kann man sich ebenfalls informieren.

Der Fahrer sollte verstehen, dass vor allem zunächst er selbst gefährdet ist, weil sich die Ladung direkt hinter ihm befindet. Bei einer Vollbremsung fliegt die Ladung nach vorne. Dann ist der Fahrer der erste, der diese abbekommt. Aber natürlich gefährdet er im nächsten Schritt auch andere damit, wenn ungesicherte Ladung auf die Straße oder auf andere Fahrzeuge fällt oder geschleudert wird. Wenn das klar wird, wird der Fahrer auch mehr Wert darauf legen, die Ladung ordentlich zu sichern. Eine Lücke nach vorne sollte z.B. immer abgesichert werden. Diese Informationen sollten zwingend in den Schulungen vermittelt werden.


Im Interview mit dem Havariekommissar hieß es, dass Transportschäden auch auf Verpackungsfehler zurückzuführen sind. Gibt es Beispiele für eine falsche Verpackung, die Probleme mit Ladungssicherung verursacht?
Ware, die auf Paletten befestigt ist, die die Palette aber nicht ausfüllt, zum Beispiel. Wenn Kartonagen mit Wickelfolie zu locker befestigt sind. Oder wenn nur die Paletten nicht aber die darauf befindlichen Packstücke nah an einander stehen, es zu einer Vollbremsung kommt und sich die Ladung zusammenschiebt. Kunststoffkanister können auf diese Weise so deformiert werden, dass der Verschluss durch den Druck abspringt und die Flüssigkeit z.B. Gefahrgut ausläuft.


Gibt es so etwas wie z.B. 5 Grundregeln für Ladungssicherung, die man beachten sollte?

  1. Die Lücke nach vorne sollte durch eine Stirnwand oder eine Kopfschlinge und Paletten blockiert werden - und indem ich die Reibung durch Antirutsch-Matten erhöhe.
  2. Wenn ich eine Ladung habe, die umfallen kann, z.B. stehende Papierrollen, dann muss ich eine Antikipp-Sicherung einbauen. Hier kann ich mit Kantengleitern und speziellen Zurrmitteln das Kippen verhindern.
  3. Bei einer Ladung, die ich nicht festzurren kann, wie z.B. Getränken in Tetra Paks, brauche ich ein stabiles Fahrzeug, mit einem Zertifikat für Aufbaustabilität. Wenn ich das nicht habe, dann muss ich die Ladung ablehnen.
  4. Die Ladefläche sollte besenrein sein. Das wird am Beispiel Granulat-Ladung deutlich: Der Sack wird beschädigt, das Granulat fällt raus und die nächste Ladung kommt da drauf. Dann steht das Ganze quasi auf einem Kugellager. Das heißt: Ich muss da regelmäßig mal abfegen.
  5. Ein weiterer Punkt ist die Kommunikation zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer: Wenn der Spediteur weiß, was er für Sicherungsmittel mitbringen muss, kann er sich auch darauf einstellen. Das kann in erster Linie der Verlader anweisen.

Ein Livestreaming-Interview zum Thema Ladungssicherung vom 21.09.2018, inklusive Beantwortung von Fragen der Facebook-Community aus der Transport- und Logistikbranche, gibt es hier:

Über den Autor:

Olga Polasik - Communications Specialist

Olga Polasik-Rüffer ist studierte Komparatistin und Anglistin. Bereits zu Unizeiten war sie als Campusradio-Redakteurin und Texterin für internationale Unternehmen wie die SonyBMG oder die Solarpioniere von RESOL Regelungstechnik aktiv. Seit mehr als acht Jahren treibt die Kommunikationsspezialistin bei TimoCom spannende Themen für die Transport- und Logistikbranche voran und ist federführend bei der Entwicklung von digitalem Content. Weil Storytelling nicht nur ihr Job, sondern ihre Leidenschaft ist, schreibt die gebürtige Polin Songs, Kurzgeschichten und Interviews auch in ihrer Freizeit.

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