News 25.06.2020
7 min

Diese Trends werden die Zukunft der Transportbranche verändern

Digitale Lösungen erobern unaufhaltsam alle Branchen in Europa. Auch in der Logistik werden Digitalisierung und Automatisierung weiter zunehmen.

Transport-Trends

Die außergewöhnlichen Umstände im Jahr 2020 sorgen im Hinblick auf den wirtschaftlichen Wiederaufschwung für zahlreiche Herausforderungen. Unternehmen des Transportsektors müssen jetzt eine Vielzahl von Aufgaben bewältigen und sich für die Zukunft ausrichten. Wir haben dazu die aktuellen Trends in der Branche unter die Lupe genommen. Hier ein Überblick über die künftigen Veränderungen im Logistik- und Transportmarkt.

 

Die Transportbranche befindet sich im Wandel

Der Wandel in der Logistikbranche war schon vor der Corona-Krise spürbar. Einige Transportunternehmen haben die Automatisierung und Digitalisierung fokussiert und bereits Prozesse implementiert, bei denen in großem Umfang Big Data und künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen. Mit der Wiedereröffnung der Märkte in Europa bleiben Themen wie die Revolution im Transportwesen vom Grundsatz her unverändert, auch wenn sich das Augenmerk stark auf die Auswirkungen des beträchtlichen Anstiegs des E-Business verlagert hat.

Was uns in den kommenden Jahren erwartet

  1. Digitalisierung zur Optimierung der Lieferkette, Big Data und künstliche Intelligenz
  2. Neue Organisationsmodelle und neue Berufsbilder
  3. Automatisierung in der Materialwirtschaft und Lagerung
  4. Mehr Sicherheit in der Logistik
  5. Neue umweltverträglichere Verfahren

Digitalisierung und Logistik 4.0

Digitale Lösungen erobern unaufhaltsam mehr und mehr alle Branchen in Europa. Und so ist es kein Zufall, dass die neuen Trends in der Logistik und dem Transportwesen die Unternehmen zu weiteren und entscheidenden Schritten in Richtung Automatisierung und Logistik 4.0 drängen. In Europa werden die Digitalisierung und Automatisierung in der Logistik in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen.

Besonders im Bereich Datenverarbeitung bewegt sich die Logistik immer stärker in Richtung digitale Lösungen. In der Logistik- und Transportbranche herrscht zweifelsohne kein Mangel an Daten. Doch obgleich die Unternehmen täglich ein enormes Ausmaß an Daten sammeln, wird die überwiegende Mehrheit von ihnen noch in analogen Systemen wie physischen Speichern gesammelt oder verbleibt ungenutzt in Dateien, Ordnern und Clouds. Die Datenverwaltung unter Einsatz von technologischen Lösungen ermöglicht nicht nur die Erhebung größerer Datenvolumen, sondern auch deren zeitnahe Analyse, wodurch Entscheidungen auf Grundlage von aktuellen Daten getroffen werden können.

Um zügig und kontrolliert mit nachhaltigen Verfahren und umweltverträglich alle Ziele der Zukunft erreichen zu können, bedarf es einer Verbesserung der verschiedenen Geschäftsbereiche (Verwaltung der Lager und Flotten bzw. Rückverfolgbarkeit der Lieferungen) mittels Digitalisierung. 

Logistik 4.0: Lieferketten, künstliche Intelligenz und Big Data

Die größte Herausforderung in der Logistik 4.0 besteht darin, alle Abschnitte im Warentransport überwachen zu können und gleichzeitig die Logistikprozesse transparenter zu machen. Die Digitalisierung der Logistik und der Lieferkette gewährleistet die Rückverfolgbarkeit der Sendung über Plattformen und automatisierte Prozesse, die mit Hilfe von entsprechenden Algorithmen Daten sammeln und auswerten. Die Analyse dieser Daten zeigt in Echtzeit Belade- und Endladeleistungen an und ermöglicht schnelles Handeln. 

Den größten Anreiz in Richtung Logistik 4.0 stellt sicherlich das Bedürfnis nach besserer Rückverfolgbarkeit im Distributions- und Lieferprozess dar. Das gilt insbesondere auf der letzten Meile, denn digitale Lösungen steigern spürbar die Effizienz und Qualität des Distributionsprozesses. Auch gewinnen Technologien wie die künstliche Intelligenz und Big Data in der Logistik immer stärker an Bedeutung. All dies sind Tools, für deren vollständige Nutzung ein hohes Maß an Wissen erforderlich ist. Aus diesem Grund sind Investition in entsprechende Kompetenzen im Unternehmen ein weiterer Trend in der Transportbranche. 

Die Logistik verändert sich und mit ihr das Personal

Obwohl die technologischen Instrumente für eine Revolution im Transportsektor und einen Start in die Logistik 4.0 bereits vorhanden sind, hemmen die Komplexität der im Unternehmen erforderlichen organisatorischen Änderungen sowie der Widerstand gegen personelle Veränderungen die Entwicklung. Der Erfolg der digitalen Transformation wird nicht dadurch gewährleistet, dass zwar in fortschrittliche Technologien investiert, gleichzeitig aber das Potenzial nicht voll ausgeschöpft werden kann. Die wirkliche Revolution im Transportsektor kann nur dann stattfinden, wenn auch die in der Logistik vorhandenen Unternehmensstrukturen angepasst werden. Hierzu ist es erforderlich, dass im Unternehmen die entsprechenden IT-Kompetenzen gegeben sind und auch in deren Weiterentwicklung investiert wird. Den IT-Spezialisten kommt für Unternehmen in der Logistik- und Transportbranche künftig also eine zentrale Rolle zu. 

Neue Kompetenzen und neue Positionen

Neuen Anforderungen führen im Logistik- und Transportwesen zur Entstehung von neuen Berufsbildern, wie beispielsweise Fachkräfte für künstliche Intelligenz, Logistikinformatik, Big Data Analysten, Innovationsmanager, Digital Transformation Manager und Informatiker für Automatisierung. Diese Fachleute können die Änderungsprozesse in Unternehmen voranbringen und so im Wettbewerb den entscheidenden Unterschied in der Transportbranche ausmachen. 

Dabei darf auch nicht vergessen werden, dass die neuen Technologien ständig weiterentwickeln. Daher ist es erforderlich, neben der Neueinstellung der Fachkräfte auch in die ständige Fortbildung des bereits vorhandenen Personals zu investieren - hierzu gehören nicht nur Standortmanager, Logistikingenieure und Disponenten, sondern auch Manager von Logistiknetzwerken und HR-Manager sowie alle zuständigen Fachkräfte. 

Automatisierung, Sicherheit und Nachhaltigkeit

Infolge des angestiegenen E-Commerce Geschäfts und der damit in Verbindung stehenden Zunahme des Straßenverkehrs rückt die Straßenverkehrssicherheit immer mehr in den Fokus. Hierzu bedarf es geeigneter Überwachungsinstrumente. Doch die technologischen Lösungen scheinen nicht nur zu einer Revolution im Transportwesen zu führen, auch die Lagerflüsse sind einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. 

In den vergangenen Jahren ließ sich beobachten, wie die Automatisierung den Personaleinsatz drastisch reduzieren konnte. Tatsächlich haben sich Robotik-Systeme als hochgradig effizient erwiesen, sodass die Mehrheit der Unternehmen ihre Lager bereits umgestellt hat und bei Warentransport und -lagerung sowie bei der Auftragsabwicklung auf Automatisierung setzt, und Personal zur Unterstützung und Überwachung der automatisierten Verfahren eingesetzt wird. 

Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Seit jeher ist die Logistik als körperlich schwere Arbeit mit hohem Unfallrisiko bekannt. Um eine höhere Arbeitssicherheit zu gewährleisten, muss die Logistikbranche den Automatisierungsgrad nach Möglichkeit erhöhen und das Lagerpersonal bei manuellen Arbeiten unterstützen. Daher geht die Zukunft der Logistik klar in Richtung Zusammenwirken von Mensch und Maschine. 

In Bezug auf die Automatisierung geht es bei dieser Zusammenarbeit jedoch nicht darum, die menschliche Arbeitskraft auszutauschen, sondern sie bei gleichzeitiger Veränderung ihrer Tätigkeiten zu unterstützen. So führt beispielsweise die Einführung von automatischen vertikalen und horizontalen Lagersystemen nicht zu einem Personalabbau, sondern zu einer Neubewertung der Ressourcen und einer deutlichen Optimierung der Arbeitsbedingungen im Hinblick auf Ergonomie und Produktivität

Bei der Logistik von morgen zeigt sich ein besonderer Schwerpunkt in der Schaffung sicherer und ergonomischer Arbeitsplätze mit Technologien wie mechanischen Exoskeletten, die - auch wenn sie wie ein Science-Fiction-Produkt erscheinen - ganz klar das Potenzial zum neuen Branchen-Standard zu werden. Denn die Automatisierung mit Systemen und Maschinen, die dank immer intelligenter werdender Software miteinander interagieren, ist längst Realität - was noch fehlt, ist den Menschen in den Mittelpunkt all dieser Prozesse zu stellen, ihn dabei von allen körperlich schweren Arbeiten zu entbinden und ihm stattdessen die komplexeren Aufgaben zu übertragen und seine Kompetenzen zu verbessern. 

Umweltfreundliche Logistikprozesse

Ein weiterer bedeutender Trend ist der Blick auf die Umwelt und die Nachhaltigkeit. Denn eine positive Folge der Lagerautomatisierung und der Steigerung der Energieeffizienz ist eine Verringerung der Umweltbelastung und die Erreichung der Energieautarkie durch erneuerbare Energien. Die nachhaltige Logistik stellt in vielerlei Hinsicht einen Gewinn dar, denn sie nützt sowohl dem Geschäft als auch der Umwelt. So senkt die Selbstversorgung mit Energie einerseits Kosten und generiert anderseits durch die Veräußerung der überschüssigen Energie neue Einnahmen. 
Es wird nicht lange dauern, bis diese neuen Technologien und Prozesse mehr als bloße Trends sind. Denn angesichts der Anzahl von Industriebetrieben, in denen die Automatisierung und Digitalisierung bereits eingesetzt wird, scheinen wir in dieser Zukunft bereits angekommen zu sein. 

 

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