News 21.07.2020
4 min

Europäischer Transportmarkt erholt sich leicht von Corona

Die Analyse des zweiten Quartals macht die Corona-Auswirkungen auf den Transportmarkt sichtbar. Zugleich zeigt sich eine leichte Erholung bei Frachtangeboten.

Transportbarometer: Frachtangebote im 2. Quartal 2020

Das TIMOCOM Transportbarometer verzeichnete im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt einen Rückgang an Frachtangeboten um 45 Prozent. Seit Juni ist eine leichte Erholung im Straßengüterverkehr zu erkennen.

Nach starkem Rückgang leichte Erholung am Transportmarkt

Bei den innerdeutschen Frachten kam es im zweiten Viertel dieses Jahres zu einem deutlichen Minus von 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im deutschen Binnenverkehr sind die Zahlen im Gesamtquartal sogar noch stärker zurückgegangen. Sogar in den traditionell frachtstarken Monaten April und Mai kam es europaweit zu einem deutlichen Einbruch bei den Transportleistungen. Im Detail lagen die durch Corona bedingten Fracht-Einbußen im April im Vorjahresvergleich bei -67 Prozent. In den Folgemonaten Mai (-53 Prozent) und Juni (-23 Prozent) verbesserte sich die Entwicklung des deutschen Marktes jedoch zunehmend in Richtung Vorjahres-Niveau. 

Hier spiegelt sich der gesamteuropäische Trend wider. Insgesamt kam es im Juni in den 44 durch das Transportbarometer untersuchten europäischen Ländern zu 69 Prozent mehr Frachten als noch im Mai. Im Juni 2020 lag die Differenz im Vorjahresvergleich lediglich bei minus 17 Prozent. 

Die Entwicklung der Frachtangebote im Juni dieses Jahres ist ein positives Signal für den gesamten Markt. Auch wenn man die weitere Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte abwarten sollte, stimmt die Analyse der Juni-Werte des Transportbarometers die Experten optimistisch. „Die von uns erhobenen Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass wir in der Logistik das tiefste Tal durchschritten haben“, sagt Gunnar Gburek, Unternehmenssprecher von TIMOCOM. 

Die Entwicklung im Straßengüterverkehr in Europa

Die Transportbarometerzahlen zeigen, dass die Corona-Auswirkungen und die entsprechenden politischen Reaktionen darauf sehr eng mit dem Transportmarkt verknüpft sind. Die Analyse der einzelnen Länderrelationen im zeitlichen Verlauf machen den Zusammenhang deutlich:

Frachten von Deutschland nach Frankreich gingen gegenüber dem Vorjahreszeitraum im April um 84 Prozent und im Mai um 67 Prozent zurück. Mitte Mai lockerte Frankreich seine strengen Regelungen wie die Ausgangssperre. Dadurch nahm im Juni die Nachfrage überproportional zu und stieg sogar um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat

Ein teilweise ähnlicher Verlauf zeigt sich in Österreich, das im Juni wieder seine Grenze zu Deutschland öffnete. Hier gingen die Frachtangebotszahlen von Deutschland im April um 70 Prozent und im Mai um 59 Prozent im Vergleich zu den entsprechenden Vorjahreswerten zurück. Im darauffolgenden Monat blieb es jedoch bei einem Rückgang von 18 Prozent gegenüber Juni 2019. 

Im Vergleich zu April 2019 brach das Volumen von Polen nach Deutschland im April 2020 ebenfalls um die Hälfte ein (-53 Prozent). Zum Ende des zweiten Viertels dieses Jahres erfolgte jedoch – verglichen mit dem Vorjahreszeitaum – ein rapider Anstieg um 96 Prozent im Juni.

„Bei den deutschen Exporten kam es im April dieses Jahres zu einem beispiellosen Rückgang. Der Straßengüterverkehr wurde davon dramatisch in Mitleidenschaft gezogen, das zeigt unser Transportbarometer deutlich. Wie nachhaltig der aktuelle Aufwärtstrend sein wird, kann niemand vorhersagen. Aber im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung kann die Branche zuversichtlicher auf die zweite Jahreshälfte schauen“, so Gunnar Gburek.

Seit 2009 liefert das Transportbarometer von TIMOCOM einen Überblick über die Entwicklungen am Transportmarkt, dem sogenannten Spotmarkt. Das FreightTech-Unternehmen TIMOCOM analysiert so die Entwicklung von Transportangebot und -nachfrage auf der im Smart Logistics System integrierten Frachtenbörse. Mehr als 130.000 Nutzer generieren hier täglich bis zu 750.000 internationale Fracht- und Laderaumangebote in 44 europäischen Ländern. 

 

Weitere interessante Artikel:

Langsame Erholung der Logistik

Basis für ein starkes Europa ist eine grenzenlose Logistik

Lockdown führte zu einem Einbruch am Transportmarkt

 

teilen auf ...
nach oben

Ich stimme zu, dass diese Seite Cookies für Analysen, personalisierte Inhalte und Werbung verwendet. Erfahren Sie mehr