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Logistikwissen 17.09.2020
5 min

TIMOCOM Starthilfe: Wie setzen sich Transportkosten zusammen?

Teil 1 | Variable Kosten kennen

 Transportboxen liegen auf einem Taschenrechner zur Berechnung der Frachtkosten.

Mehr als 90% der Güter werden über die Straße transportiert. Damit Fracht von A nach B kommt, braucht es einen Spediteur oder Frachtführer. Wieviel kann und muss er für seine Dienstleistung berechnen, damit Ware ankommt und er nicht zum Selbstkostenpreis fährt? Wir beschäftigen uns damit, wie sich variable und fixe Frachtkosten zusammensetzen.

Ein eigenes Unternehmen zu gründen und sich damit am Markt zu etablieren, kann eine große Herausforderung sein. In dieser Blog-Serie bietet TIMOCOM Hilfe beim Start in die Selbstständigkeit für Transportunternehmer, Spediteure und Logistiker. Ziel ist es nicht, für Start-ups, Gründungsinteressierte und solche, die sich vor kurzem selbstständig gemacht haben, eine Gründungsberatung anzubieten. Sondern wir geben handfeste Praxis-Tipps aus der Logistik, die eine erste Hilfestellung geben sollen für den Weg in die Selbstständigkeit. In diesem Blogartikel werfen wir einen Blick auf die Preisfaktoren, die sich von Auftrag zu Auftrag unterscheiden: die variablen Kosten.

Was die Transportkosten beeinflusst  ­– Variable Kosten

Wie können Sie nun als Spediteur oder LKW-Fahrer Ihre Frachtkosten optimal berechnen und Ihre Gewinnmarge ermitteln? Dazu müssen Sie die Betriebsausgaben, die sich von Auftrag zu Auftrag verändern sowie die festen Kosten für den Betriebserhalt kennen und in ihre Transportberechnung einfließen lassen. Je nach Unternehmen und Fahrzeug können diese sehr unterschiedlich sein. Folgende Faktoren müssen in die Berechnung einfließen, da sie bei Aufträgen variieren. Transport- oder Frachtkosten werden bestimmt durch die Entfernung vom Auslieferungsort, anfallende Mautgebühren in vielen europäischen Ländern, Kraftstoffkosten, Dauer und Zeitraum des Transports, Menge sowie Gewicht der Güter.

Art der Güter

Ob fest oder flüssig, Stückgut oder Gefahrengut: Je nach den zu transportierenden Gütern variiert die Transportart und damit auch ihr Preis. Baustoffe können einen Schüttguttransport erfordern oder Lebensmittel einen Kühltransporter. Handelt es sich um Ware auf Paletten, wäre ein Tautliner ein passendes Transportmittel. Bei Ware, die speziell gesichert werden muss, braucht es ein Fahrzeug mit festen Ladebordwänden. Neben der Wahl des Transportmittels, sind Volumen und Gewicht eine wichtige Berechnungsgrundlage zur Ermittlung der Transportkosten. Beispielsweise Stückgut, das leicht und klein ist, lässt sich einfacher verladen als große Güter, die sperrig und schwer sind. Hinzu kommt die Frage, was bei der Lieferung zu beachten ist. Sind Be- und Entladestelle gut zu erreichen und zum Beispiel durch eine Laderampe zugänglich?  Ist vor Ort eine Entladehilfe verfügbar? Gegebenenfalls müssen besondere Vorkehrungen zum Verladen getroffen werden, was sich auf den Angebotspreis auswirkt.

Auftragsvolumen

Einfluss auf die Transportkosten hat auch der Gesamtumfang des Auftrags. Wichtig zu beachten ist die Anzahl der Paletten oder die Menge in Tonnen, Abmessungen bei sperrigen Gütern oder aufwändiger Frachtsicherung sowie die Anzahl der Kubikmeter.

Fahrzeugkosten

Abhängig von der zu fahrenden Strecke entwickeln sich die Kraftstoffpreise für den Transportauftrag. Je weiter die Entladestelle entfernt ist, desto höher natürlich die Kosten für Treibstoff und alle anderen Verschleißmaterialien wie beispielsweise Öl.

Kilometer

Neben dem Auftragsvolumen bestimmt noch ein weiterer Faktor über die Kraftstoffpreise: die Entfernung zur Entladestelle. Die Anzahl der Kilometer hat Einfluss auf die Dauer der Güterbeförderung, was wiederum Einfluss auf Fixkosten wie Gehälter hat. Bei jeder Fahrt entstehen Grundkosten. Der Satz, je kürzer die Strecke, desto günstiger der Speditionsversand, gilt leider nicht.

Mautgebühren

In vielen europäischen Ländern, wie auch in Deutschland, muss eine LKW-Maut entrichtet werden. Die streckenbezogene Straßennutzungsgebühr hängt von der Fahrzeugklasse, Schadstoffklasse, Achsanzahl und der gefahrenen Strecke ab. Diese lassen sich einfach beim Mautbetreiber ermitteln.

Dauer und Zeitraum

Zeit ist ein weiterer Faktor. Liegen Brücken- oder Feiertage im Transportzeitraum verzögert dies die Auslieferung. Auch bei Fahrten ins Ausland können Wartezeiten an Ländergrenzen entstehen oder Zeitverzögerungen auftreten, zum Beispiel durch Kontrollen. Wird eine Beiladung aufgenommen oder ausgeliefert, kann sich die voraussichtliche Ankunftszeit des Transports verschieben, was zusätzlich Auswirkungen auf die Kosten hat.

Kostendeckende Preise statt Preiskampf

Eine gut durchgerechnete Preiskalkulation ist der wichtigste Baustein jeder Selbstständigkeit. Je nach Unternehmen und Auftrag können Angebotspreise für logistische Dienstleistungen stark variieren. Pauschale Preisempfehlungen sind daher unmöglich zu treffen. In der Logistikbranche ist der Konkurrenzkampf unbestritten, da es viele Transportunternehmen auf dem Markt gibt. Generell ist anzuraten, sich sprichwörtlich nicht „unter Wert“ zu verkaufen. Achten Sie darauf, dass Sie eine kostendeckende Marge in Ihren Transportpreis einberechnen und auch in Preisverhandlungen daran festhalten. Denn im Hinblick auf gute Geschäftsbeziehungen und eine stabile Zukunft als Unternehmen lässt sich sagen: Führen Sie nicht für und um jeden Preis einen Auftrag aus. Im TIMOCOM Blog erklären wir, warum alle Beteiligten von fairen Angebotspreisen profitieren. Denn im Straßenverkehr müssen Preise gezahlt werden, die es Transportunternehmern ermöglicht, zu mehr als den Selbstkosten zu fahren.

Um als Unternehmen zu bestehen, muss der Speditionsversand genau kalkuliert werden. Spediteure und Logistiker müssen viele Faktoren bei der Kostenkalkulation in Betracht ziehen. Doch sind alle variablen Kosten für den Transport einmal bekannt und bepreist, ist damit schon ein wichtiger Schritt getan, um ein rentables Unternehmen zu führen. Neben den variablen Kosten sind noch die fest anfallenden Betriebsaufwendungen zu beachten. Diese fixen Ausgaben müssen durch die Fahrtkosten pro Kilometer abgegolten sein. Im nächsten Blogartikel beschäftigen wir uns daher mit den Fixkosten Ihrer Transporte.

Mehr über Kostenkalkulation erfahren

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