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Transportmarkt 07.01.2021
6 min

Erfolg in der Nische: Wie erhöht man seine Effektivität mit doppeltem Ladeboden?

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Vergangenen Frühling wurde die Automobilbranche von der Corona-Krise hart getroffen. Die Fertigung stand still, Lieferketten wurden unterbrochen, Aufträge gecancelt. Auch für Nico Mooij von Mooij Forwarding & Logistics B.V. aus Milsbeek hieß es erst einmal: abwarten.

Logistikkarriere jenseits ausgetretener Pfade

Den bequemsten Weg hat Gründer Nico Mooij nicht gerade für sich ausgesucht. Sein eigenes Transportunternehmen startete er Ende der 80er Jahre in den Niederlanden mit einer Relation nach Polen, während die meisten seiner Branchenkollegen nach Italien und Österreich fuhren. Heute verwaltet Mooij Forwarding &Logistics B.V. drei Niederlassungen mit großen Lagerflächen in Deutschland, Polen sowie den Niederlanden und beschäftigt fast 140 Mitarbeiter. Der jährliche Umsatz: 23 Mio. Euro. Mit 62 eigenen LKW und 45 festen Transportpartnern bedient Mooij einen breitgefächerten Kundenstamm – von der Lebensmittelindustrie über Chemie und Pharma bis hin zu der Automobilbranche.

Warenströme im Automotive-Segment fließen wieder

Die Sorgen um die Auftragslage nach dem ersten Corona-Lockdown waren laut Nico Mooij schnell wieder verflogen. Sein Niederlassungsleiter im polnischen Legnica, Maciej Teklak, musste dafür mit anderen Schwierigkeiten kämpfen: „Viele unserer Fahrer kommen beispielsweise aus der Ukraine und mussten einfach pauschal zwei Wochen in Quarantäne. Das war schwer für beide Seiten.“ Mittlerweile haben alle ihre Lektion aus der ersten Corona-Welle gelernt und achten darauf, dass der Warenverkehr ungestört fließen kann. „90 Prozent unserer Ladungen sind Teilladungen. Komponenten aus dem Automotive-Bereich, aus denen Stoßdämpfer gemacht werden. Wir liefern Teile an und holen fertige Dämpfer ab.“

Richtige Entscheidungen halfen durch die Krise

Was vielen Logistikunternehmen dabei half, erfolgreich durch schwierige Zeiten zu kommen, ist eine gute Organisation. So auch bei Mooij Forwarding. Hier heißt die Maxime: höchstmögliche Auslastung. Hierfür wird vor allem das digitale Netzwerk intensiv genutzt. „In Berlin haben wir viele Kunden, die saisonal abhängige Waren produzieren. Da gibt es dann saisonale Peaks und wir brauchen zeitweise mehr Kapazitäten. Dazu setzen wir die Frachtvergabe im Smart Logistics System von TIMOCOM ein“, verrät Mooij. In der Zentrale Milsbeek werden zu gleichen Teilen Transportpartner als auch Zuladungen gesucht. „Die Niederlassung in Polen wurde gegründet, um alle Ladungen jederzeit ergänzen zu können. Ziel ist es stets, eine Kapazität von 100 Prozent zu erreichen“, so der erfahrene Geschäftsführer.

Die strategisch gewählten Standorte und ausgeklügelte Verteilzentren zahlen sich nun zudem mehr aus denn je. Alle befinden sich nahe der Autobahn – und im Fall vom niederschlesischen Legnica innerhalb eines ökonomisch wichtigen Industriegebietes. Der dortige Leiter ist überzeugt von Mooijs System: „Die Entfernungen der Niederlassungen zueinander sind perfekt gewählt. So können unsere Fahrer in 10 Stunden beim nächsten Zentrum ankommen und dort be- und entladen.“ Täglich starten von Legnica aus fünf bis zehn Sattelauflieger Richtung Niederlande. Im Verteilerzentrum in Milsbeek angekommen, wird die Ware aus den großen in kleinere Fahrzeuge verladen und im Umkreis verteilt. „So sind wir viel flexibler und die Ware kommt schneller bei den Kunden an“, erklärt Teklak.

Doppelter Ladeboden, dreifacher Gewinn

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Alle Mooij-Fahrzeuge haben einen doppelten Ladeboden. Dank Laufschienen (C-Profil) aus Stahl und ausziehbaren Ladungssicherungsbalken aus Aluminium lässt sich schnell eine zweite Ladefläche realisieren. Die maximale Nutzlast beträgt hier bis zu 12.000 kg. Der zusätzliche Boden bietet Platz für 33 Europaletten und verdoppelt somit die Anzahl der Palettenplätze. „Für einen Großkunden konnten wir die Anzahl der wöchentlichen Transporte von 75 Ladungen auf 30 bis 35 Ladungen pro Woche reduzieren“, berichtet Mooij. Aber nicht nur Zeit und Geld lassen sich damit gewinnen. Aktuell schafft der Boden vor allem heiß begehrte Kapazitäten, da auf dem Transportmarkt Fahrzeuge und Fahrer fehlen.

Gutes System schafft gute Arbeitsverhältnisse für LKW-Fahrer

Die gute Unternehmensorganisation schafft auch vorteilhafte Arbeitsbedingungen für Mooijs Fahrer. Ähnlich einem Staffellauf können beladene Anhänger einfach an den Fahrer am nächsten Verteilerzentrum übergeben werden, der die Ware dann weiter zum Ziel bringt. Das ist nicht nur effizient, sondern ermöglicht den Fahrern, rechtzeitig Feierabend zu machen. Ihre Lenkzeiten werden nicht überschritten und sie sind nie weit weg von zu Hause. In Legnica gibt es sogar ein „Fahrer-Haus“, wo übernachtet, geduscht, gekocht und gewaschen werden kann. Teklak greift vor allem dann gern auf das Smart Logistics System zu, wenn sonst Überstunden oder Nachtfahrten angefallen wären, um die Aufträge durchzuführen: „Etwa 25 Prozent unserer Teilladungen wickeln wir über TIMOCOM ab“, so Teklak.

Strategisch immer zwei Schritte voraus

Mit seinen drei Niederlassungen realisiert Mooij Forwarding & Logistics B.V. ca. 3.000 Transportaufträge pro Monat. Bei neuen Projekten setzt das Logistikunternehmen zunächst gern Transportpartner von TIMOCOM ein. So könne man besser herausfinden, was der Kunde konkret benötigt. Etwa zusätzliche 200.000 Euro Umsatz pro Monat werden so generiert. Neben dem Doppelboden haben vor allem Mooijs große Lagerflächen jetzt Hochkonjunktur: „Viele Kollegen müssen während der Corona-Krise ihre Waren einlagern und fragen bei uns Lagerflächen an.“ Dass es der Firma so gut gehe, habe vor allem mit Gründer Nico und seiner weisen Voraussicht zu tun: „Unser Chef ist strategisch immer mindestens zwei Schritte voraus. Man wundert sich über die eine oder andere Entscheidung. Dann stellt sich nach einem halben Jahr heraus, dass es genau goldrichtig war“, schmunzelt Teklak.

Demnächst möchte Nico Mooij seine Netzwerke an Transportpartnern und Kunden noch weiter ausbauen. Welche Mittel und Wege er neben dem Smart Logistics System dafür einsetzten wird, sorgt sicher wieder für positive Verwunderung bei seinen Mitarbeitern.

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Olga Polasik-Rüffer

Olga Polasik-Rüffer

Senior Communications Manager - Marketing

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