Transportmarkt 11.09.2020
4 min

Mut zur Lücke - Wie finde ich die passende Nische in der Logistikbranche?

Transportunternehmer Keunecke vor seinem Sattelzug-LKW

Bei erfolgreichen Logistikunternehmen denkt man zunächst an bekannte Big Player. Dabei besteht die Transportbranche größtenteils aus kleinen und mittleren Unternehmen. Um sich entsprechend auf dem Markt zu positionieren und zu halten, braucht es vor allem Kompetenz, Mut und das berühmte Alleinstellungsmerkmal. Dies kann zum Beispiel eine Nische sein, die jenseits der massenmedialen Öffentlichkeit boomt.

Die TIMOCOM Blog-Serie „Mut zur Lücke: Erfolg mit Nischentransporten“ stellt Firmen vor, die ein spezielles Marktsegment für sich entdeckt haben und damit langfristig erfolgreich sind.

In diesem Blogartikel erzählt Gründer Timo Keunecke unter anderem, wie er innerhalb eines Jahres zu einer Flotte von fünf LKW gekommen ist und acht feste Mitarbeiter beschäftigen kann.

Der Dienstleistungs-Mix macht’s: Wie man vom Landwirt zum Transportunternehmer wird

Als gelernter Landwirt hatte Timo Keunecke schon immer eine Affinität zum Kipper. So disponierte er auch nach seiner Weiterbildung zum Kaufmann landwirtschaftliche Schüttgut-Transporte wie Mais und Rüben für ein Speditionsunternehmen. Da das Geschäft mit Agrarprodukten stark saisonal bedingt ist, stand Keunecke schnell vor der Herausforderung, alternative Frachten zu finden: „Die Maisernte kann aufgrund der Wetterlage unterschiedlich ausfallen. Dann stehen LKW leer und müssen beladen werden.“ Dank des Tipps von einem Spediteurskollegen suchte Keunecke neue Auftraggeber aus Industrie und Handel über die Frachtenbörse von TIMOCOM und wurde schnell fündig.

Tourenplanung gemäß Warenströmen

„Irgendwann kannte ich die Warenströme der Kipper und wusste, dass es regelmäßig von Region A in Region B geht.“ Der Plan, sich mit einem eigenen Logistikunternehmen für Schüttgut selbstständig zu machen, wurde damit zunehmend greifbar. So wagte der damals 28-jährige im Jahr 2017 den Schritt und gründete gemeinsam mit seinem Vater, ebenfalls Kraftfahrer, und einem einzigen Fahrzeug die Keunecke Transporte GmbH. Innerhalb eines Jahres stockte das Vater-Sohn-Duo die Flotte auf drei neue und drei gebrauchte LKW auf und erweiterte das Team auf acht fest angestellte Mitarbeiter. „Wir haben uns die Touren selbst zusammengestellt, passende Auftragsfirmen gefunden und so die LKW voll auslasten können“, erklärt Keunecke.

Keunecke verbindet Sattelzugmaschine mit Anhänger

Flexible Nischen-Strategie gegen Corona-Krise

Neben Agrarprodukten, die mit Sattelzugmaschinen transportiert werden, hat Keunecke seinen Hauptfokus auch auf Kommunalabfälle wie Klärschlamm und Produktionsschrott aus der Automobilindustrie erweitert. Nach dem Corona-bedingten Lockdown musste der Jungunternehmer flexibel bleiben und kurzzeitig andere Nischentransporte finden: „Die anderthalb Monate waren sehr schwierig für uns. Die Automobilwerke standen still. Also haben wir mit unseren Containerzügen wieder auf Transportbeton umgesattelt.“ Aktuell habe sich die Auftragslage normalisiert und das Logistikgeschäft läuft wieder an. „Wenn man zigmal für einen Kunden gefahren ist, dann kommen die Angebote direkt per Verteiler aus dem System digital bei uns an.“

Vernetzung und Personalpolitik als Erfolgsfaktoren

Zur Erfolgsstrategie gehört es laut Keunecke dazu, zusätzlich zur gewählten Nische stets flexibel zu bleiben, um auf saisonale Schwankungen oder eben Einbrüche wie die Corona-Krise reagieren zu können. Warum gerade sein Unternehmen so gut laufe, fasst er in zwei Stichpunkten zusammen: gutes Personal und gute Arbeitsbedingungen. Die Fahrer der Keunecke Transporte GmbH arbeiten von montags bis freitags im Schichtbetrieb und sind jeden Tag wieder zuhause. Wenn jemand doch gern am Wochenende fahren möchte, ist das jederzeit möglich. Auch mit Marktbegleitern pflegt Keunecke einen kollegialen Austausch: „Ich erlebe das häufig, dass man sich gegenseitig passende Aufträge zuspielt. Wettbewerb gibt es eigentlich nur um die Fahrer. Aber da muss jeder Betrieb für eine arbeitnehmerfreundliche Atmosphäre sorgen.“

Positiver Blick in die Zukunft

Auf die Frage hin, wie er seine Zukunft in der Logistik bewertet, antwortet der Jungunternehmer erfrischend optimistisch: „Sehr rosig. In drei Jahren könnten es zehn bis 15 LKW sein. Vielleicht Planzüge, Tieflader. Mal gucken.“

Das Keunecke-Erfolgsrezept hier zum Nachmachen zusammengefasst:

  1. Eigene Stärken und Ressourcen erkennen und ausbauen
  2. Digitale Vernetzung der Logistikteilnehmer nutzen
  3. Dienstleistungen an die jeweilige Marktlage anpassen
  4. Fokus auf eine faire und kollegiale Personalpolitik legen
  5. Und nicht vergessen: positiv bleiben und lösungsorientiert denken

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