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Transportbarometer-Bericht für das vierte Quartal 2025: Straßengüterverkehr trotz Wintermodus in Bewegung

Mehr Ost-West-Dynamik und robuste Inlandsverkehre halten den Markt stabil

DE_Fracht-Laderaum-Verhaeltnis in Europa

Jahresüberblick des Frachtanteils in Europa im Vergleich mit den Vorjahren und eine Prognose für Q1 2026.

Wie in der aktuellen Pressemitteilung zum TIMOCOM Transportbarometer Q4 2025 berichtet, bleibt Europa mit einem durchschnittlichen Frachtanteil von 75 % frachtgetrieben. LKW-Kapazitäten sind weiterhin knapp. Der Blick auf Relationen von und nach Deutschland hilft, die Lage schnell einzuordnen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Zahlen, die das Quartal gut beschreiben

75 % Frachtanteil in Europa im Durchschnitt.
21 % weniger Frachteingaben als im dritten Quartal (saisonaler Rückgang).
10 % mehr Frachteingaben als im vierten Quartal 2024.
3 % weniger Laderaumangebote als im Vorjahresquartal.
Deutschland: Inland plus 6 % Frachteingaben; Richtung EU-Ausland minus 4 %.
Spotmarktpreise: Europaweit Angebote meist 1,45 bis 1,80 Euro pro Kilometer, innerdeutsch 1,58 bis 1,93 Euro pro Kilometer.

Was zeigt das Transportbarometer im vierten Quartal 2025?

Nach dem starken dritten Quartal fällt Q4 saisonal um 21 % zurück. Gleichzeitig liegt das Quartal 10 % über dem Vorjahresquartal. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich, ist es aber nicht. Q4 hat weniger Tempo als der Sommer, bleibt aber insgesamt aktiver als ein Jahr zuvor.

Dazu passt ein Detail aus der Pressemitteilung: Im September wurden mehr als 30 Millionen Frachtangebote eingestellt, der höchste Wert des Jahres. Die Konjunktur trat zwar auf der Stelle und auf einigen Relationen ging das Volumen zurück. Gleichzeitig stützten stabile Binnenmärkte und stärkere Ost-West-Verkehre die Nachfrage. 

Was bedeutet „75 % Frachtanteil“ – und warum ist das für die Praxis relevant?

Ein Frachtanteil von 75 % bedeutet vereinfacht: Es werden deutlich mehr Frachteingaben als Laderaumangebote in der TIMOCOM Frachtenbörse generiert. Für Spediteure und Frachtführer ist die praktische Konsequenz meist:

  • Reaktionsgeschwindigkeit wird wichtiger
  • Netzwerkqualität zahlt sich aus
  • Tourlogik gewinnt

Kurz: Im engen Markt gewinnt der, der sauber plant.

Deutschland im Fokus: Was verändert sich auf Relationen von und nach Deutschland?

Deutschland zeigt in Q4 eine zweigeteilte Bewegung: Innerdeutsche Transporte legen zu, während Verkehre von Deutschland ins europäische Ausland leicht zurückgehen.

  • +6 % stiegen national die Frachtangebote in Q4 2025
  • -4 % fielen Frachtangebote auf Relationen von Deutschland ins europäische Ausland

Zum Jahresende trugen vor allem saisonale Transporte für Konsumgüter und Lebensmittel wesentlich zur Stabilität des Transportmarkts bei. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Exporte zurückgingen. 

Welche Relationen waren auffällig?

Deutlich rückläufig 

  • Schweden → Deutschland: -78 %
  • Deutschland → Finnland: -41 %
  • Deutschland → Rumänien: -43 %
  • Polen → Kroatien: -34 %
  • Deutschland → Großbritannien: -40 % (auch Italien/Frankreich → GB rückläufig)
  • Deutschland → Ungarn -16 %

Als Ursachen können u. a. nachlassende Auslandsaufträge in der Fahrzeugmontage genannt werden, eine schwächere Baukonjunktur in Südosteuropa sowie verlagerte Fertigungsschritte. Für Großbritannien kommen Zollhemmnisse, Wechselkursverluste und rückläufiger Konsum hinzu. 

Deutlich wachsend 

  • Polen → Deutschland: +33 %
  • Polen → Frankreich: +51 %
  • Frankreich → Deutschland: +57 %
  • Spanien → Deutschland: +72 %  

Einordnung: TIMOCOM führt die Zuwächse aus Polen unter anderem auf Nearshoring-Effekte, veränderte Produktionsketten und eine hohe Exportnachfrage zurück. Für Verkehre von der iberischen Halbinsel, insbesondere aus Spanien, spielen zudem saisonale Exporte von Gemüse und Zitrusfrüchten eine Rolle. 

Binnenmärkte als zusätzlicher Stabilitätsfaktor: Auch mehrere nationale Märkte legten zum Jahresende spürbar zu, etwa Frankreich (+34 %) und Österreich (+22 %). Polen ragt im Binnenverkehr mit über +250 % heraus; TIMOCOM verweist dabei auf eine Wachstumserwartung von über 3 %. 

Kapazität: Warum bleiben Fahrzeuge knapp?

Im vierten Quartal gingen die Laderaumeingaben um rund 3 % zurück. Gleichzeitig wurde kaum in zusätzliche Kapazitäten investiert. Im Gegenteil: Fuhrparks werden eher weiter reduziert. Als Indikator dienen gesunkene Zulassungszahlen schwerer LKW in Europa (ACEA): Q1–Q3 2025 –9,8 %. 

DE_Laderaumangebote in Europa_Q3 2025

Europaweite LKW-Eingaben im 4. Quartal 2025 weiter rückläufig.

Spotmarktpreise: Welche Orientierung gibt es für das erste Quartal 2026?

Die Transportpreise waren in Q4 auf Berg- und Talfahrt: Nach einem Rückgang im November stiegen die wöchentlichen Durchschnittspreise zum Jahresende wieder auf Höchstwerte. 

DE_Transportpreise EU - EU

Die wöchentlichen Durchschnittspreise auf europäischen Routen im 4. Quartal 2025.  

Europaweite Routen (Q4):

  • Angebotspreise Auftraggeber: 1,45-1,80 €/km
  • Preisvorschläge Auftragnehmer: 1,51-1,83 €/km 

Innerdeutsche Routen (Q4):

  • Angebotspreise Auftraggeber: 1,58-1,93 €/km
  • Forderungen Auftragnehmer: 1,67-2,22 €/km 

Die höchsten Angebotspreise und Preisvorschläge lagen in den letzten beiden Kalenderwochen des Jahres. 

Ausblick Q1 2026: Wann wird es enger – und wann entspannter?

Für das erste Quartal 2026 erwartet TIMOCOM einen stabilen, aber saisonal schwankenden Markt:

  • Januar: ca. 71 % Frachtanteil
  • Februar: ca. 65 % (Saisontief)
  • März: ca. 72 % (Frühjahrsbelebung) 

Gunnar Gburek, Company Spokesman und Head of Business Affairs bei TIMOCOM, begründet den Ausblick mit drei Punkten:

  1. saisonale Effekte
  2. voraussichtlich stabile Energiepreise
  3. und eine mögliche leichte Belebung bei Industrie und Konsum. 

Sein Fazit: „Große Kostensteigerungen sind in Q1 2026 nicht in Sicht, daher dürften die Frachtraten zunächst stabil bleiben.“ Im Jahresverlauf kann sich das ändern, wenn die Nachfrage nach Frachtraum wieder anzieht. 

Der aktuelle Transportbarometer-Report von TIMOCOM liefert wertvolle Hinweise, damit Unternehmen diese Marktentwicklung besser einschätzen und fundierte Entscheidungen treffen können. Schauen Sie rein und bleiben Sie informiert!

 

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Olga Polasik-Rüffer

Schreibt bei TIMOCOM über Lösungen, Entwicklungen und die Menschen hinter den Geschichten, die den Transportalltag prägen.

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