Logistikwissen 01.09.2020
5 min

Wie wichtig ist Qualitätsmanagement für Unternehmen?

Gastbeitrag von Andreas Rinnhofer

Qualitätsmanagement für Transportprozesse - digitale Hand dreht an Regler für Qualität

Sich von der Konkurrenz abzuheben wird vor allem in der Logistikbranche zunehmend schwerer. Indem man das Qualitätsmanagement in Unternehmens- und Transportprozesse integriert, erhält man die eigene Wettbewerbsfähigkeit.

Warum ist Qualitätsmanagement so wichtig?

Gerade in der Speditionsbranche ist es schwierig, sich einen klaren Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Viele Unternehmen aus unterschiedlichen Ländern wirken hier zusammen und teilen sich den Markt.

Um sich von der Konkurrenz abzuheben, wird der Faktor Qualität somit immer wichtiger. Gerade beim Einsatz von Transportpartnern lässt sich diese allerdings nur schwer im Voraus beurteilen. Dabei bieten unterschiedliche Plattformen strenge Bewertungskriterien, um aufgenommen werden zu können. Auch Versicherungen spielen eine Rolle. Allerdings sollten Probleme am besten gar nicht erst entstehen.

Nur mit einer hervorragenden Qualität und Abwicklung lassen sich Kunden halten. Ein etabliertes Qualitätsmanagement (kurz: QM) bürgt für die Qualität des Endprodukts oder der Dienstleistung und macht sich in dieser bemerkbar. Nachvollziehbare Transparenz im Ablauf der Produktion oder Dienstleistung ist der positive Effekt, der damit einhergeht. So kann man Fehler künftig besser erkennen, ausbessern und vermeiden.

Wie lässt sich ein gutes Qualitätsmanagement am besten umsetzen und wo sind die Knackpunkte?

Mitarbeiterschulungen

Qualifiziertes Personal, das fachlich stets auf dem neuesten Stand ist, sorgt für eine gute Qualität und kann diese auf Dauer sicherstellen. Optimierungspotenzial in den Abläufen lässt sich dadurch besser erkennen und umsetzen. Doch Fortbildungen gut zu strukturieren und diese zu organisieren, ist eine große Herausforderung. Hierfür gibt es mittlerweile digitale Möglichkeiten, die viele Vorteile bieten. Gerade in der Speditionsbranche entstehen häufig zeitliche Lücken, die mit einer digitalen Fortbildungslösung effizient genutzt werden können. Außerdem werden so Kosten für Räume, Dozenten und zusätzliche Arbeitszeit erheblich gesenkt.

Dokumentation

Die Dokumentation im Qualitätsmanagement ist insbesondere wichtig, um Abläufe und Fehler besser nachzuvollziehen. Im weiteren Schritt können Prozesse optimiert und das Niveau gehoben werden. Schließlich lassen sich so optimale Abläufe fortlaufend in der gleichen Qualität herstellen.

Informationsfluss

Die Art und Weise, wie Informationen und Arbeitsaufträge oder Änderungen an die gesamte Belegschaft vermittelt werden, spielt eine entscheidende Rolle. Meist werden E-Mails oder, wenn vorhanden, das Intranet genutzt. Dabei besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter die Informationen nicht lesen oder vergessen. Auch zu diesem Zweck bietet eine digitale Lernplattform wie Spedifort sehr gute Möglichkeiten. Innerhalb dieser lassen sich eigene Nachrichten anlegen, die dann an die Mitarbeiter gesendet werden. Auf mobilen Geräten sind die Inhalte ebenfalls dauerhaft verfügbar. Der Administrator kann zudem jederzeit nachvollziehen, ob die Informationen gelesen und bearbeitet wurden.

Qualitätsmanagement für externe Aufträge

In der Speditionsbranche werden oft weitere Transportpartner eingesetzt, um eine optimale Auslastung zu erreichen und keine Aufträge zu verlieren.

Die Qualität kann schnell leiden, wenn die Partner die eigenen Standards nicht erfüllen können.

Was ist also wichtig, um die Qualitätsstandards zu halten?

  • Kriterien für Transportpartner festlegen
  • Eine Strategie entwickeln, diese Kriterien zu überprüfen
  • Die Zusammenarbeit mit bewährten Transportpartnern verstärken

Gerade an dieser entstehen Probleme, da die Qualität erst nach dem Einkauf, also nach erbrachter Leistung, überprüft werden kann. Eine andere Herausforderung ist der Zeitdruck, da Frachtführer oft kurzfristig gefunden und engagiert werden müssen.

Welche Möglichkeiten gibt es, trotzdem Qualitätsmerkmale zu erhalten?

Nutzung digitaler Plattformen

Diese Plattformen verfügen über eigene Qualitätsstandards, die erfüllt werden müssen, um sich dort registrieren zu können. Wenn diese Merkmale mit den eigenen übereinstimmen, bietet sich für Transportunternehmen damit eine gute Möglichkeit, so eigene Standards zu erhalten und dem Kunden gegenüber zu gewährleisten.

Erarbeitung interner Richtlinien

Die internen Richtlinien für Transportpartner müssen klar formuliert und festgelegt werden. Am besten sollten Checklisten eingesetzt werden, die auch für neue Transportpartner bereitstehen und von diesen erfüllt werden müssen. So wird sichergestellt, dass Prozesse bei Einsatz von weiteren Transportpartnern einheitlich ablaufen.

Fazit

Um die Wettbewerbsfähigkeit mithilfe von Qualitätsmanagement zu erhalten, sollten folgende Maßnahmen eingesetzt werden:

  • Fundierte und aktuelle Fort- und Weiterbildung für Mitarbeiter
  • Nachvollziehbare Dokumentation zur Vermeidung von Fehlern
  • Guter Informationsfluss im gesamten Unternehmen
  • Intern sowie extern geltende Kriterien und Richtlinien


Über den Gast-Autor:

Andreas Rinnhofer brennt seit 20 Jahren für die Speditionsbranche. Der Digitalisierungsfan betreibt die E-Learning-Plattform Spedifort. Damit hilft er Logistikbetrieben, Schulungen für Mitarbeiter*innen flexibler und kostengünstiger zu gestalten. Besonders freut er sich darüber, dass seine Idee es in eine Sendung von Pro7 Galileo geschafft hat und auch Fachmedien ihm regelmäßig Artikel widmen.

 

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