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Logistikwissen 09.07.2020
5 min

Palettentausch in Transport und Logistik: Worauf Sie achten müssen

Die Europalette aus Holz ist vor allem in Deutschland ein beliebter Ladungsträger.

Bei der Auslieferung werden Paletten mit der Ware an den Kunden übergeben und der LKW-Fahrer lädt dafür die gleiche Anzahl an leeren Paletten ab. So die Idee vom europäischen Palettenpool. So einfach das klingt, kann es trotzdem zu Problemen kommen. Wir verraten, wo beim Palettentausch die Tücken liegen und worauf zu achten ist.

Sie ist meist 120cm lang , 80 cm breit und kann bis zu 1,5 t Gewicht tragen. Beim Transport und bei der Lagerung von Waren ist die Palette unverzichtbar. Die meisten haben direkt das Bild einer Holzpalette vor Augen, vor allem weil Möbel aus Europaletten in den letzten Jahren zum Trend wurden. Das Modell aus Holz ist auch das bekannteste –­­­­­  die von der European Pallet Association (EPAL) standardisierte Palette, gekennzeichnet mit den Markenkürzeln EUR und EPAL an den Außenseiten.

Mehrwegpaletten gibt es zudem aus Kunststoff. Diese sind im europäischen Ausland beliebter. In Deutschland wird fast ausschließlich die Holzpalette beim Transport von Waren verwendet. Es gibt sie in drei Qualitätsstufen:  „Neu“, „neuwertig“ und „gebraucht, aber „tauschfähig“. Defekte Europaletten werden je nach Zustand von EPAL-lizensierten Unternehmen repariert und allzu beschädigte Paletten werden aus dem Tauschpool genommen.

Warum der Palettentausch?

Waren, die produziert werden, müssen natürlich transportiert werden, um zum Kunden zu gelangen. Für den sicheren Transport in einem LKW werden die Waren meist auf die Europoolpalette gepackt, festgezurrt und in den LKW befördert. In so einem Fall würde beispielsweise ein leerer LKW mit leeren Paletten zu einer Beladestelle fahren und die leeren Holzträger gegen eine bereits auf Paletten gepackte Ware eintauschen. Im nächsten Schritt fährt der Fahrer mit dem so vollgeladenen LKW zur ausgemachten Entladestelle. Ware wird auf Paletten abgeliefert und dafür wird die gleiche Anzahl an leeren Paletten mitgenommen. So soll sichergestellt werden, dass ausreichend Ladungsträger zur Verfügung stehen.

Doch hinter dem einfachen Prinzip vom Paletten-Kreislauf stecken Tücken: für das Transportunternehmen als Auftragnehmer, für den Fahrer, der den Auftrag ausführt und den Empfänger der entladenen Ware. Wir haben drei Stolpersteine zusammengefasst:

Die Frage nach der Qualität:

Wer bestimmt, welche Palette tauschfähig ist?

Auf dem sogenannten Palettenschein wird der Tausch festgehalten. Warum ein Palettenschein? Vor Ort müssen Fahrer und Warenempfänger sich darüber einig sein, wie viele Paletten getauscht werden. Nur Paletten, die den Status neu, neuwertig oder gebraucht haben, sind tauschfähig. Doch wer bestimmt über die Qualität der Palette? Jeder Fahrer und jeder Empfänger. Lehnt beispielsweise der Empfänger eine leere Palette ab, weil er denkt, dass diese nicht mehr zu benutzen ist, beginnen die Schwierigkeiten beim Tauschprozess. Der Empfänger kann dann darauf bestehen, dass ihm bei nächster Gelegenheit vom Fahrer eine Palette in ausreichender Qualität nachgereicht wird. So entstehen die sogenannten Palettenschulden.

Die Frage nach der Quantität:

Wie viele Paletten muss der LKW-Fahrer abgeben?

Der häufigste Fall, der einen reibungslosen Transport verhindert: Der LKW-Fahrer muss neben seiner Ladung noch ausreichend Leerpaletten mitführen. Mancher Warenempfänger tauscht, mancher aber nicht. Von Kunde zu Kunde können die Bedingungen wechseln. Führt der Fahrer dann keine leeren Paletten zum Tausch mit, weil er beispielsweise an der letzten Entladestelle keine Paletten zurückerhalten hat, muss er bei den Folgeladungen „Palettenschulden“ machen. Er muss sich verpflichten, zu einem späteren Zeitpunkt Paletten nachzuliefern. Das bedeutet mehr Arbeit für den Transportprozess.

Wie viele Paletten kann der LKW-Fahrer wieder mitnehmen?

Laut Tauschprinzip soll der LKW-Fahrer nach Abliefern der Ware wieder Ladungsträger mitnehmen. Der Empfänger an der Ladestelle nimmt die Ware zwar an, händigt dem LKW-Fahrer aber nicht die richtige Menge Paletten in der richtigen Qualität aus. Das heißt, es werden keine Paletten ausgehändigt, die falsche Anzahl oder kaputte Paletten. Der Missstand muss auf dem Palettenschein dokumentiert und im Nachgang geklärt werden. Selbst wenn die Anzahl und Qualität der zurückgegebenen Paletten stimmt, ist oft die Zeit an der Rampe so knapp, dass der Empfänger die leeren Paletten einfach in den Lkw befördert. Zum Teil können die Einträge auf dem Palettenschein falsch sein.

Insgesamt ist der manuelle Palettentausch ein manchmal unpraktischer Prozess. Er macht die Lieferkette fehleranfälliger. Zumindest könnte zur Lademittelverwaltung der Palettenschein aus Papier zukünftig abgeschafft werden. Denn der Palettentausch wird mithilfe der Digitalisierung stetig vereinfacht. Das komplizierte Verfahren mit Zettel und Stift könnte bald ein Ende haben. Firmen wie zum Beispiel PAKi oder inter.PAL vereinfachen den Palettenschein, der digital ausgestellt und eingereicht werden kann. Das ist auch notwendig, denn kaum ein Bereich im Transportgewerbe ist so optimierungsbedürftig wie der Palettentauschprozess.

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