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Logistikwissen 03.03.2022
5 min

Bullwhip-Effekt: So schützen Sie Ihre Lieferkette

Eine Person hält in einem Lager ein Tablet in der Hand

Hohe Nachfrage, Rabattaktionen oder Lieferengpässe – um die eigene Versorgung sicherzustellen, bestellen viele Unternehmen mehr Ware als sie eigentlich benötigen. Dieses Verhalten birgt jedoch ein Risiko: den Bullwhip-Effekt. Was hinter dem Begriff steckt und wie Kommunikation und Transparenz entlang der Lieferkette dabei helfen können, den Effekt einzudämmen, verrät dieser Blogbeitrag.

Sie haben den Bullwhip-Effekt bereits im Griff? Transparenz hilft dabei auch andere Risiken innerhalb Ihres Netzwerkes zu identifizieren und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Innovative Technologien – wie das Smart Logistics System von TIMOCOM – bieten Unternehmen dabei einen umfassenden Einblick in ihre logistischen Prozesse. Überzeugen Sie sich selbst und entdecken Sie Ihre Transportprozesse neu.

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Was ist der Bullwhip-Effekt?

Der Bullwhip-Effekt beschreibt ein Phänomen im Supply-Chain-Management, das durch eine Fehleinschätzung der Nachfrage in einer mehrstufigen Lieferkette entsteht. Grund für diese Fehleinschätzung ist meist eine schlechte Kommunikation sowie fehlende Transparenz. So schauen die einzelnen Akteure der Lieferkette mehrheitlich nicht auf die tatsächliche Nachfrage des Endkunden, sondern verlassen sich vielmehr auf die Informationen des vorherigen Lieferkettengliedes. Werden dabei, z. B. durch Sicherheitsbestände oder Sonderangebote, Fehlinformationen übermittelt, kommt es zu Nachfrageschwankungen, die sich durch die gesamte Lieferkette ziehen.

Ein Beispiel für den Bullwhip-Effekt

Ein Händler bestellt bei seinem Großhändler 20.000 Flaschen Limonade. Der Händler hat dabei bereits zahlreiche Faktoren wie z. B. Mengenrabatte oder Engpässe mit einkalkuliert und bestellt daher eine Menge, die etwas über seinem tatsächlichen Bedarf liegt. Der Großhändler möchte diese Bestellung erfüllen und gleichzeitig seine eigene Lieferfähigkeit sicherstellen. Vorsichtshalber bestellt er daher 25.000 Flaschen Limonade. Aufgrund von schlechter Kommunikation und fehlender Transparenz schaukelt sich die Höhe der Bestellmenge über die gesamte Supply Chain hinweg immer weiter auf. Die tatsächliche Nachfrage der Endkunden ist jedoch deutlich kleiner als die bestellte Menge. Trotzdem kommt es zu einer Überproduktion an Limonade, für die es keine Abnehmer gibt. 

Auch wenn dieses Beispiel den Effekt sehr vereinfacht darstellt, wird das Grundprinzip jedoch gut deutlich. Ausgelöst durch fehlende bzw. nicht ausreichende Kommunikation steigt die Fehlkalkulation entlang der Lieferkette exponentiell an.

Auswirkungen auf Logistik und Lieferkette

Wie das Beispiel zeigt, wird die Lücke zwischen tatsächlicher Nachfrage und wahrgenommener Nachfrage in jedem Schritt der Lieferkette größer. Ähnlich wie bei einer Peitsche schaukelt sich die Situation immer weiter auf, bis es am Ende zum „großen Knall“ kommt.

In der Praxis kann der Bullwhip-Effekt zu zahlreichen Problemen führen, wie zum Beispiel:

  • Höhere Lager- und Logistikkosten
  • Out-of-Stock-Situationen: diese entstehen, wenn ein Unternehmen versucht, den Bullwhip-Effekt abzumildern. Dabei kommt es jedoch aufgrund von erneuten Fehleinschätzungen zu einem umgekehrten Bullwhip-Effekt.
  • Preisverfall der Produkte: Durch die Verzerrung erhöht der Hersteller seine Produktion, obwohl die tatsächliche Nachfrage nicht gestiegen ist. Nun übersteigt das Angebot jedoch die Nachfrage. Um die Überstände abzubauen, müssen die Produkte weit unter dem eigentlichen Preis verkauft werden.

Und auch die Logistik hat mit dem Peitscheneffekt zu kämpfen. Hier werden Ressourcen ebenfalls auf Grundlage verzerrter Daten geplant. Stimmen diese Daten jedoch nicht mit der tatsächlichen Auftragsmenge überein, drohen Lager-, Personal- und Transportengpässe.

Bessere Kommunikation – mehr Transparenz

Die beste Voraussetzung, um dem Bullwhip-Effekt entgegenzuwirken, ist es, entlang der gesamten Supply Chain auf Kooperation, Kommunikation und Transparenz zu setzen. Zwar ist es auch so nicht möglich, den Bullwhip-Effekt ganz zu verhindern, jedoch kann er mit der richtigen Vorgehensweise eingedämmt werden.

So ist es wichtig, dass jeder Lieferkettenakteur erst einmal prüft, wie transparent, nachvollziehbar und steuerbar die eigenen Abläufe tatsächlich sind. Erst wenn diese Transparenz gegeben ist, werden Informationen an die anderen Akteure der Supply Chain kommuniziert.

Dieser vermeintlich kleine Unterschied in der Kommunikation sorgt dafür, dass Vorgänge wesentlich besser interpretiert werden können und Steuermöglichkeiten transparenter werden.

Alle Akteure auf demselben Stand – Digitalisierung schafft Durchblick

Doch auch abseits von der Vermeidung des Bullwhip-Effekts führt Transparenz in der Supply Chain zu zahlreichen Vorteilen, die sich im Alltag auszahlen.

Mit dem Smart Logistics System bietet TIMOCOM eine Möglichkeit für mehr Transparenz in ihren Transport- und Logistikabläufen. Das System unterstützt dabei, zahlreiche Abläufe entlang der Transportkette zu optimieren und steigert so ganz nebenbei die Effizienz der Prozesse seiner Nutzer. Schnittstellen ermöglichen es, das eigene Transportmanagementsystem mit dem Smart Logistics System zu verbinden. Das führt nicht nur zu einer höheren Transparenz, sondern vereinfacht auch die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern innerhalb eines Transportnetzwerkes deutlich.

  • Schnell passende Transportangebote und -kapazitäten finden,
  • digitale Auftragsabwicklung ganz ohne Papierkram,
  • Vermeidung von Staus an der Rampe durch übergreifende Zeitfenstersteuerung,
  • Optimierung der Fahrzeugauslastung,
  • geringerer Verwaltungsaufwand durch Wegfall von Mehrfacherfassung transportbegleitender Informationen,
  • Vermeidung von Fehlerquellen, die auf Medienbrüchen oder manuellen Eingaben basieren,
  • vorausschauende Planung und Steuerung der Transportkette durch Echtzeitinformationen.

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Marie-Luise Neas

Marie-Luise Neas

Marketing Communications Manager

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