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News 05.08.2021
5 min

Trotz Herausforderungen großes Potenzial in europäischer Binnenschifffahrt

Vom Zustand der Wasserstraßen, infrastrukturellen Aspekten und dem Personalmangel in der Schifffahrt.

Binnenschiffe auf Rhein

Die Herausforderungen in den verschiedenen Bereichen der Logistik sind nicht immer dieselben – aber sie sind ähnlich. Sie reichen vom Personalmangel, fehlendem Nachwuchs bis hin zu infrastrukturellen Aspekten. Das ist nicht nur im Straßengüterverkehr, sondern auch in der Binnenschifffahrt der Fall. Welche weiteren Faktoren den Verkehr über Binnengewässer beeinflussen, lesen Sie in unserem Blogbeitrag.

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Die Verkehrswege zu Land und zu Wasser

Im Transportbereich spielt der Zustand der Verkehrswege eine wichtige Rolle. „Während im Straßengüterverkehr Straßen und Autobahnen vielerorts in Europa ein dichtes Verkehrsnetz bieten, sind die Verkehrswege über Gewässer überschaubar. Ein Ausbau der Wasserstraßen ist nicht in Sicht,“ so Axel Götze-Rohen vom Binnenschifffahrtsportal Bargelink.com in Xanten. Der gelernte Schifffahrtkaufmann kennt die Entwicklung des vergleichsweise kleineren Transportmarkts und die Herausforderungen der Binnenschiffer aus langjähriger Berufserfahrung. Sowohl als Disponent und Befrachter als auch als Abteilungs- und Niederlassungsleiter aus beruflichen Stationen von Duisburg über Mainz und Ludwigshafen nach Basel, Nürnberg, Berlin und Rotterdam.

Starker Regenfall kann zu Hochwasserständen und zur Einstellung des Schiffsbetriebs führen. Denn die Brücken vieler Kanäle und Flüsse wurden zu niedrig gebaut. In vielen Kanälen sind diese sogar bei Normalwasserständen für die heutigen Höhenanforderungen mancher Schiffsladungen teilweise nicht ausreichend, z. B. entlang des Main-Donau-Kanals.

In der Binnenschifffahrt ist man noch mehr vom Wetter und den Witterungsbedingungen abhängig als beim Transport auf der Straße: „Entweder gibt es zu viel, zu wenig oder gefrorenes Wasser,“ fasst der geschäftsführende Gesellschafter und Fachjournalist die Situation zusammen. Und das Wetter wird immer extremer.

Flutwellen und Niedrigwasserstände

Die Flutwellen, die Mitte Juli 2021 viele Städte und Ortschaften in Deutschland verwüsteten, sind ein Beispiel für extreme Wetterschwankungen und Klimaveränderungen. In diesen Ausnahmesituationen können selbstverständlich auch keine Binnenschiffe Transporte durchführen, die Schifffahrt am Rhein wurde teilweise eingestellt. Doch auch der Straßengüterverkehr ist bei derartigen Unwettern betroffen, wenn wie in solchen Extremsituationen sogar die Verkehrswege zu Land durch Wassergewalten abgeschnitten werden.

Paradoxerweise ist in den vergangenen Jahren jedoch gerade Niedrigwasser zu einer der größten Herausforderungen in der Binnenschifffahrt geworden. Denn die Niedrigwasserphasen werden immer länger und extremer, weiß Axel Götze-Rohen. Aus diesem Grund setzen viele Reedereien und Binnenschiffsunternehmen oft Schiffe mit niedrigerem Tiefgang ein. Das ermöglicht es den Schiffen, auch bei niedrigeren Pegelständen Güter zu laden und nicht auf Grund zu laufen. Als Ausgleich für das geringere Ladungsvolumen bekommen die Binnenschiffer in der Regel Kleinwasserzuschläge (KWZ): „In der Binnenschifffahrt ist dies üblich. Sie kommen je nach Pegelstand prozentual auf den Frachtpreis oben drauf,“ so Götze-Rohen.

Familienunternehmen mit Nachwuchssorgen

Binnenschifffahrtsunternehmen sind größtenteils Familienunternehmen. Früher wurde das Schiff an die nächste Generation weitergeben. Doch das hat sich in vielen Fällen geändert. Und auch an Deck herrscht Personalmangel. Transporteure auf Wasserstraßen haben hier dasselbe Problem wie viele Speditionen und Frachtführer: „In der Binnenschifffahrt fehlt das Fachpersonal“, berichtet Götze-Rohen. „Dabei bietet der Beruf viele Vorteile und großes Potenzial: „Man hat in der Regel immer ein gutes Zuhause sowie einen sicheren Job. Zudem hat man je nach persönlicher Verpflichtung ein bis zwei freie Wochen und dann wieder zwei Wochen an Bord – unterwegs entlang der schönsten Wasserstraßen Europas.“

Geringere Investitionen, aber großes Potenzial

Doch auch insgesamt hat der Markt an Kapazitätszuwachs verloren. Bis zur Finanzkrise 2008/2009 wurden im Bereich der Binnenschifffahrt noch in größerem Maße Investitionen in neue Schiffe vorgenommen als heutzutage. Die wirtschaftliche Situation ist durch Corona nicht so stark beeinflusst wie andere Branchen, doch auch hier konnte ein – wenn auch geringer – Rückgang an Ladungsangeboten vermerkt werden.

Dennoch: In der Binnenschifffahrt steckt viel Potenzial. Gefahren wird immer: Denn es werden viele Rohstoffe zur Deckung des Grundbedarfs transportiert. Und das mit Angabe eines genauen Zeitfensters von einer Stunde. Auch wenn es per Schiff etwas länger dauert. „Ich habe nie verstanden, warum Waren, die wochenlang mit dem Containerschiff auf See unterwegs waren, dann innerhalb von zwei Tagen nach Eintreffen im Hafen ihr Ziel erreichen müssen.“ Die Einbindung der Binnenschifffahrt hat großes Potenzial im kombinierten und gebrochenen Verkehr, das können z. B. auch Container- oder Schwerguttransporte sein.

Aus diesem Grund wünscht sich der Gründer und Geschäftsführer des europäischen Binnenschifffahrtsportal Folgendes: „Eine stärkere Berücksichtigung des Binnenschiffs als Verkehrsträger im Güterverkehr. Es ist ein zuverlässiges und günstiges Transportmittel, das leider oftmals zu wenig Beachtung findet. Das fängt bereits bei der Ausbildung der angehenden Speditionskaufmänner und -kauffrauen an, die zu wenig über die Möglichkeiten dieses alternativen Verkehrsträgers lernen.“

 

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