Transportmarkt 09.06.2020
4 min

Mehr Auszubildende für die Logistik

Fünf Tipps für die Azubi-Suche

Auszubildender und Ausbilder disponieren Touren.

Disponent, Berufskraftfahrer oder eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik – die möglichen Berufe der Branche sind vielfältig. Dennoch haben einige Logistikunternehmen Schwierigkeiten Auszubildende zu finden. Das liegt vor allem an den Lebensvorstellungen der Jugendlichen, sagen manche. Wir erklären, welche Einstellungen sich genau dahinter verbergen und geben fünf Tipps für die Azubi-Suche.

Es gibt zahlreiche Erhebungen zur Ausbildungsplatzsituation in Deutschland. Viele Studien kommen zu dem gleichen Ergebnis: Es gibt in Deutschland insgesamt mehr Ausbildungsplätze als Bewerber. Diese Entwicklung hat in den letzten Jahren begonnen und hält an. Ein wichtiger Grund ist, dass qualifizierte Jugendliche ihrem Beruf mit höheren Erwartungen gegenüberstehen als noch Generationen zuvor. Wir erklären, wie Jugendliche denken und geben Ideen zum Recruiting.

 

Andere Generation…

1) ...andere Arbeit

Das Unternehmen Shell führt jedes Jahr eine Studie zur Einstellung der Jugendlichen in Deutschland durch. Ergebnis dieser renommierten Studie ist, dass die Arbeit vorrangig Sicherheit und Sinn bieten soll. Eine sinnstiftende Tätigkeit ist fester Bestandteil der beruflichen Vorstellungen. Die Corona-Zeit ist das beste Beispiel, um die Bedeutung der Logistik für die Gesellschaft aufzuzeigen. Eine ganze Branche hat dabei geholfen, dass die Gesellschaft nicht in einen Versorgungsengpass kam. So verdeutlichen Sie den Interessierten ganz aktuell, wie sinnvoll eine Karriere in der Logistik sein kann.

2) …andere Lebenswelt:

Mangelnde Kenntnis über die Berufsmöglichkeiten in der Logistik sind ein weiterer Grund dafür, dass Auszubildende und Ausbildungsbetriebe nicht zusammenfinden. Denn viele Jugendliche orientieren sich an ihrer eigenen Lebenswelt bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. So bleiben einige Optionen auf der Strecke, wenn sie zuvor nicht bewusst mit den Tätigkeitsfeldern der Logistik in Berührung kommen. Versuchen Sie daher so oft es geht bei Angeboten zur Berufsorientierung in örtlichen Schulen oder in Ihrer Stadt präsent zu sein und darüber zu informieren, welche Berufe es gibt in der Logistik.

3) …andere Prioritäten:

Mehr als 90% der Jugendlichen gaben in der Shell-Studie an, dass Familie, Freunde und Partner hohe Priorität in ihrem Leben haben. Ein großes Einkommen ist weniger wichtig, dafür aber die Planbarkeit der Berufsausbildung, um soziale Beziehungen pflegen zu können. Versuchen Sie bei den Arbeitsstunden Raum für die Interessen und Bedürfnisse potenzieller Azubis zu schaffen und wenn möglich geregelte Arbeitszeiten einzurichten.

4) …andere Kommunikation:

Die Welt der Jugendlichen findet im Internet statt, genauer gesagt am Smartphone. Digitale Kommunikation gehört auch 2019 für sie zum Alltag laut Shell-Jugendstudie. Mehr als 50% der Befragten gab an, jeden Tag mehrere Stunden in sozialen Netzwerken oder Streaming-Diensten zu verbringen. Ausbildungsangebote werden fast nur noch online gesucht, Bewerbungen bevorzugt digital eingereicht. Hierbei lohnt es sich den klassischen Bewerbungsprozess zu überdenken. Manche Unternehmen verzichten zum Beispiel auf Lebenslauf und Anschreiben und setzen dafür auf WhatsApp als Jobportal. Richten Sie sich bei der Suche nach Personal nach den Kommunikationswünschen ihrer zukünftigen Azubis. So kommen Sie leichter und schneller mit ihnen ins Gespräch.

5) …andere Wege:

Allein die Industrie- und Handelskammern (IHK) bieten mehr als 250 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe an. Jugendliche finden sich oft in einem breiten Spektrum an Möglichkeiten wieder und können daher wählerischer sein als Generationen zuvor. Zeitgleich fühlen sie sich orientierungslos und können nur schwer einschätzen, was sie nach der Schule machen wollen und welcher Beruf zu ihnen passt. Gehen Sie daher aktiv auf mögliche Auszubildende zu. Ausbildungsplätze kann man digital suchen oder auch vergeben. Apps wie zum Beispiel Smusy oder Find me! verknüpfen Schüler und Ausbildungsbetriebe auf neue Art. Darin sind es die Betriebe, die angemeldete Jugendliche ansprechen, um auf eine freie Ausbildungsstelle in ihrem Haus aufmerksam zu machen.

 

Jugendliche von heute haben bei der Planung ihrer beruflichen Zukunft mehr Auswahl, als die Generationen in den Jahrzehnten zuvor. Das muss aber nicht bedeuten, dass Ausbildungsplätze unbesetzt sein müssen. Sie haben viele Möglichkeiten, um für Jugendliche zur ersten Wahl zu werden. Machen Sie Ihr Recruiting digital und versuchen Sie einige unserer Maßnahmen zur Azubi-Suche umzusetzen.

 

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