TIMOCOM Transportbarometer: Deutschland schwächelt, Italien ist Ausreißer

Europaweite Konjunkturdelle: insgesamt 8,3 Prozent Rückgang im Gesamtjahr 2019

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11.02.2020

Die italienischen Logistiker konnten sich vergangenes Jahr über deutliche Zuwächse freuen: „Für Italien verzeichnen wir einen Anstieg von 16 Prozent mehr Frachten verglichen zum Vorjahr“, berichtet TIMOCOM Business Analyst Tilman Fecke. Und das ist völlig gegenläufig zum Trend.

Die schwächere Konjunktur hat sich im vergangenen Jahr auf die Logistik ausgewirkt. Dieses Ergebnis spiegelt der Jahresrückblick des Transportbarometers von TIMOCOM. 2019 verzeichnete die Branche in Europa über Ländergrenzen hinweg einen Rückgang der Frachtangebote um 8,3 Prozent im Vergleich zu 2018.
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Denn der gerade fertiggestellte Jahresrückblick des TIMOCOM Transportbarometers zeigt eine alles andere als positive Gesamtentwicklung für Europa. So kam es 2019 im Vergleich zum Vorjahr zu einem Rückgang der Frachtangebote in Europa über Ländergrenzen hinweg um 8,3 Prozent. 2018 endete noch mit einem Plus von 5 Prozent gegenüber 2017.

Das Plus der italienischen Transportbranche führt Experte Fecke auf die gestiegene Nachfrage nach Konsumgütern zurück. „Es ist aus unserer Sicht sehr realistisch, dass handelspolitische Faktoren den Export von Produkten aus Italien angetrieben haben. Dazu zählen etwa der Brexit oder die Einfuhrzölle der USA auf chinesische Produkte“, erläutert Tilman Fecke. Ein Indikator dafür ist, dass der EU-Austritt des Vereinigten Königreichs insgesamt starke Auswirkungen auf die Transportbranche in Europa hatte. So steigerten die 44 im Transportbarometer erfassten europäischen Länder ihre Frachtangebote nach UK von Quartal 3 auf Quartal 4 2019 um 15 Prozent.

Auch die Anzahl an Exporten von Deutschland nach Großbritannien wuchs im vierten Quartal 2019 um rund 11 Prozent gegenüber dem dritten Quartal. Hierzu Business Analyst Fecke: „Die Entscheidung, den Brexit um drei Monate auf Ende Januar 2020 zu verschieben, lässt auch hier den Rückschluss zu, dass die Steigerung in Verbindung zur politischen Entwicklung steht.“

Diese kurzfristige Entwicklung hatte aber letztlich keinen Einfluss auf den Gesamttrend: So ging die Zahl der Frachten von Deutschland über Ländergrenzen hinweg im vergangenen Jahr verglichen zum Vorjahr um 12 Prozent zurück. „Auf Deutschland als starker Exportnation wirkt sich die konjunkturelle Abkühlung stärker aus. Das zeigt der merkliche Rückgang im Vergleich zur gesamteuropäischen Entwicklung deutlich“, kommentiert TIMOCOM Unternehmenssprecher Gunnar Gburek die Entwicklung. Und: „Ob sich der Negativtrend in diesem Jahr weiter fortsetzt, bleibt abzuwarten – unwahrscheinlich ist das nicht“, so Gburek abschließend.

Mit dem Transportbarometer analysiert das IT-Unternehmen TIMOCOM seit 2009 die Entwicklung von Transportangebot und -nachfrage der im Smart Logistics System integrierten Smart Apps Frachten und Laderaum. Mehr als 130.000 Nutzer generieren auf dieser Weise täglich bis zu 750.000 internationale Laderaum- und Frachtangebote. Das System hilft den über 43.000 TIMOCOM Kunden dabei, smart, sicher und einfach ihre logistischen Ziele zu erreichen.

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