Umfrage: Transportbranche zwischen Kapazitätsmangel und Kostendruck
Ergebnisse zeigen ein leicht negatives Stimmungsbild unter Logistikfachleuten
Die Transportbranche in Europa steht unter Spannung. Die Herausforderungen sind mit steigenden Kosten, Fahrermangel, einem Rückgang der Transportkapazitäten sowie anhaltenden und neuen globalen Krisen vielseitig. Eine aktuelle Umfrage von TIMOCOM unter rund 270 Fachleuten aus Transport, Frachteinkauf und Beschaffung beleuchtet die aktuelle Lage der Branche.
Aktuelle Stimmung: Eine negative Entwicklung ist erkennbar
Die Erhebung fand in der Zeit wachsender geopolitischer und energiepolitischer Unsicherheit statt, unter anderem durch die Lage im Nahen Osten und Störungen an der Straße von Hormus. Entsprechend bewerten Unternehmen die Marktlage unterschiedlich: Einige berichten von knappen Kapazitäten, steigenden Kosten und geringerer Planungssicherheit, während andere die stabile Nachfrage weiterhin positiv einschätzen.
In den Ergebnissen zeigt sich insgesamt ein getrübtes Stimmungsbild: 46,9 % der Befragten bewerten die Marktsituation als „eher schlecht“. 5,5 % der Logistikfachleute schätzen die Situation am Transportmarkt für ihr Unternehmen sogar „sehr schlecht“ ein. Das sind insgesamt 10,4 Prozentpunkte mehr negative Bewertungen gegenüber der Befragung im Januar und Februar 2026. 38,8 % sehen eine eher gute Lage, während immerhin noch 8,8 % von einer sehr guten Situation für ihr Unternehmen sprechen.
Die Grafik zeigt, wie sich das Stimmungsbild der Logistikfachleute im Vergleich zum Jahresbeginn verschlechtert hat.
„Entscheidend ist, aus welcher Marktposition Unternehmen auf die Lage blicken: Verlader aus Industrie und Handel bzw. deren Spediteure spüren Verfügbarkeits- und Kostendruck aktuell besonders stark, wohingegen diejenigen Dienstleister profitieren, die über eigene Kapazitäten oder ein starkes Netzwerk verfügen“, sagt Gunnar Gburek, Head of Business Affairs bei TIMOCOM.
Erfahren Sie mehr über die aktuelle Lage auf dem Transportmarkt und geben Sie Ihren Eindruck über die aktuelle Situation ab.
Herausforderungen der Transportbranche 2026 im Überblick
Besonders deutlich zeigt sich in den Kommentaren der Umfrageteilnehmer, mit welchen Problemen die Transportbranche derzeit kämpft. Genannt wurden unter anderem:
- Fachkräftemangel, insbesondere bei Fahrern
- Schrumpfende Transportkapazitäten
- Steigende Kosten für Diesel, Maut und Betrieb
- Preis- und Wettbewerbsdruck durch wirtschaftliche Unsicherheit
„Logistikunternehmen müssen effizienter agieren, weil höhere Kosten nicht immer vollständig weitergegeben werden können. Denn auch Industrie- und Handelsunternehmen können nicht jede Kostensteigerung auffangen, da sie selbst unter Wettbewerbsdruck stehen und die Konsumenten nicht bereit sind, jeden Preisanstieg mitzugehen“, so Gunnar Gburek.
Kostendruck macht bessere Auslastung zur Pflicht
Steigende Energiepreise, höhere Beschaffungskosten und unsichere Planbarkeit bleiben zentrale Belastungen im Straßengüterverkehr. Deshalb rückt die bessere Nutzung vorhandener Kapazitäten stärker in den Fokus. Verlader können Kosten senken, indem sie Sendungen bündeln, Sonderfahrten vermeiden und Wartezeiten an Rampen reduzieren.
Speditionen und Frachtführer profitieren vor allem von höherer Fahrzeugauslastung, weniger Leerfahrten und einer besseren Tourenplanung über digitale Netzwerke oder KI-gestützte Systeme. Langfristig können alternative Antriebe wie E-LKW zusätzlich helfen, die Abhängigkeit von fossilen Kraftstoffen zu verringern.
Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 58.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa.
Benedikt Stasch
Schreibt über Themen aus der Welt der Logistik – verständlich aufbereitet und praxisnah gedacht.