Ein Transport beginnt nicht erst an der Rampe. Denn bevor eine Sendung abgeholt, verladen und weitertransportiert wird, müssen im Lager und Versand mehrere Schritte ineinandergreifen. Für Unternehmen, die Waren versenden und Transporte organisieren, ist diese Phase besonders wichtig. Denn zwischen Lager, Versand und Disposition bleibt meist nur wenig Spielraum, um offene Punkte vor der Abholung zu klären.
Ist die Ware verfügbar? Ist sie bereits für den Versand vorbereitet? Und kann die Sendung ohne weitere Abstimmung in die Transportplanung aufgenommen werden? Bleiben allerdings Fragen zur Sendung offen, kann sich die weitere Planung verzögern. Dadurch entsteht zusätzlicher Abstimmungsaufwand an einer Stelle, wo der Übergang vom Lager zum Transport möglichst geordnet verlaufen sollte. Genau in solchen Momenten zeigt sich, welche Rolle die Kommissionierung zwischen Lagerbetrieb und Transportlogistik übernimmt.
Der Artikel zeigt, wie Kommissionierung dazu beiträgt, dass Sendungen geordnet aus dem Lager in die Transportplanung übergehen.
Der Begriff Kommissionierung wird je nach logistischem Kontext unterschiedlich eingeordnet. Grundsätzlich beschreibt er das Zusammenstellen einer Lieferung für einen konkreten Auftrag. Waren werden dabei nicht nur aus dem Lager entnommen, sondern passend zum jeweiligen Versandbedarf zusammengeführt. Anschließend erfolgt der mengenmäßige Abgleich, bevor die Ware in die weitere Abwicklung übergeht.
Ein Beispiel aus der Transportlogistik macht das greifbar: Auf einer Palette stehen Packstücke, die auf den ersten Blick zusammengehören. Tatsächlich sind sie aber für verschiedene Lieferungen vorgesehen. Ohne eindeutige Kennzeichnung besteht das Risiko, dass ein Packstück der falschen Sendung zugeordnet oder für die falsche Verladung vorbereitet wird.
Die Aufgaben gehen über das reine Entnehmen von Waren aus dem Lager hinaus. Welche Tätigkeiten dabei im Vordergrund stehen, hängt von Lagerstruktur, Warenart und Versandprozess ab. Typischerweise lassen sich mehrere Bereiche unterscheiden:
Auftrag vorbereiten: Artikel, Mengen und Lieferanforderungen werden geprüft. Dabei wird berücksichtigt, welche Aufträge zu bestimmten Abhol- oder Versandzeitfenstern bereitstehen müssen.
Waren entnehmen und prüfen: Benötigte Artikel werden aus dem Lager entnommen und mit den Auftragsdaten abgeglichen. So lässt sich sicherstellen, dass die richtigen Waren für den weiteren Prozess eingeplant sind.
Sendung bilden: Kommissionierte Artikel werden einer Sendung oder einem Auftrag zugeordnet. Dieser Schritt schafft die Verbindung zwischen Lagerentnahme und Versandprozess.
Ladeeinheiten vorbereiten: Packstücke, Kartons oder Paletten werden für Verpackung, Bereitstellung oder Verladung zusammengestellt. Einzelne Artikel lassen sich dadurch für die weitere Abwicklung bündeln.
Transportrelevante Angaben erfassen: Aus der Kommissionierung ergeben sich wichtige Anhaltspunkte, um Sendungsdaten zu erfassen oder zu prüfen.
Bereitstellung organisieren: Am Ende wird die kommissionierte Ware an einem definierten Ort für den nächsten Prozessschritt weiterbearbeitet, zum Beispiel für Verpackung, Versand, Verladung oder Abholung.
Ladeeinheiten, Palettierung und Verpackungslogistik beeinflussen, wie gut Sendungen für Verladung und Transport organisiert sind. Wer diese Schritte frühzeitig mitdenkt, schafft bessere Voraussetzungen für planbare Abläufe an der Rampe und im weiteren Transportprozess.
Die Wahl der Kommissioniermethode richtet sich nach dem jeweiligen Arbeitsablauf im Lager. Je nachdem, wie Waren entnommen, geprüft und weitergegeben werden, kann ein anderes Verfahren besser zum Betrieb passen. Die auftragsbezogenen Verfahren umfassen die Einzel- und Serienkommissionierung. Sie unterstützen die klare Zuordnung von Waren zu einzelnen Aufträgen und eignen sich besonders, wenn Versand und Abholung eindeutig vorbereitet werden müssen.
Bei wegeoptimierten Methoden stehen kürzere Laufwege im Vordergrund. Dazu zählen Batch Picking und Zone Picking. Beim Batch Picking werden Artikel für mehrere Aufträge in einem gemeinsamen Durchgang entnommen und anschließend den jeweiligen Lieferungen zugeordnet. Beim Zone Picking bearbeiten Mitarbeitende nur einen bestimmten Lagerbereich. Die entnommenen Waren werden danach für die jeweilige Lieferung gebündelt.
Digitale Verfahren führen Mitarbeitende mit technischen Hilfsmitteln durch den Kommissionierprozess. Pick-by-Scan, Pick-by-Voice und Pick-by-Light unterstützen dabei, Artikel, Mengen und Bearbeitungsstände besser zu erfassen. Automatisierte Verfahren können einzelne Prozessschritte technisch unterstützen, etwa Entnahme, Bereitstellung oder Sortierung. Sie kommen vor allem bei hohen Mengen und standardisierten Abläufen infrage.
Für eine belastbare Planung müssen Sendungs- und Transportdaten vollständig, aktuell und transparent vorliegen. Nur dann lässt sich der weitere Ablauf zuverlässig vorbereiten.
Für die Disposition sind unter anderem folgende Angaben wichtig:
- Sendungsumfang
- Paletten- oder Packstückanzahl
- Gewicht und Volumen
- Abhol- und Lieferadresse
- Zeitfenster für Abholung oder Zustellung
- Gefahrgut- oder Temperaturanforderungen, falls relevant
- Ansprechpartner an der Rampe
- Besonderheiten bei Verladung oder Handling
Sind diese Informationen frühzeitig verfügbar, kann die Disposition den nächsten Schritt gezielter vorbereiten. Gleichzeitig entsteht eine Datenbasis, um den Transportauftrag mit den relevanten Eckdaten zu beschreiben. An dieser Stelle unterstützt der TIMOCOM Road Freight Marketplace. Unternehmen stellen ihren Transportauftrag ein und erreichen Transportpartner mit passender freier Kapazität.
Bei der Kommissionierung helfen digitale Systeme dabei, Entnahmen gezielt zu steuern und einzelne Arbeitsschritte zuverlässig zu dokumentieren. Zum Einsatz kommen unter anderem Lagerverwaltungssysteme, Scanner, mobile Endgeräte und verschiedene Pick-by-Verfahren.
Beim Pick-by-Scan wird beispielsweise der Barcode eines Lagerplatzes und anschließend der entnommene Artikel gescannt. So kann das System prüfen, ob die richtige Ware in der vorgesehenen Menge kommissioniert wurde. Pick-by-Voice unterstützt Mitarbeitende über Sprachanweisungen.
Das System nennt etwa Lagerplatz, Artikel und Stückzahl, während die Bestätigung ebenfalls per Sprache erfolgt. Beim Pick-by-Light zeigt ein Lichtsignal am jeweiligen Lagerfach an, wo Ware entnommen werden soll. Diese Verfahren machen den Bearbeitungsstand besser nachvollziehbar und stellen wichtige Informationen für die weiteren Prozessschritte bereit.
In stärker digitalisierten Lagerumgebungen können moderne Technologien einzelne Arbeitsschritte der Kommissionierung automatisieren. Fahrerlose Transportsysteme und autonome mobile Roboter übernehmen den Transport von Waren, Behältern oder Paletten zwischen verschiedenen Lagerbereichen. Dadurch lassen sich Laufwege reduzieren und Materialien gezielter bereitstellen. Kommissionierroboter entlasten vor allem bei standardisierten Artikeln und gleichförmigen Abläufen.
Ebenso ergänzen KI-gestützte Systeme die Automatisierung, indem sie aktuelle Lager- und Auftragsdaten auswerten und daraus effizientere Prozesse ableiten. Wichtig ist, dass die Technologie zu den individuellen Anforderungen des Lagers passt und sich wirtschaftlich in die bestehenden Abläufe integrieren lässt.
Aus dem Zusammenspiel von Kommissionierung, Versand und Transportplanung ergeben sich mehrere Vorteile für die operative Transportabwicklung:
- Bessere Planbarkeit: Sendungen stehen rechtzeitig und nachvollziehbar für die nächsten Prozessschritte bereit.
- Geordnete Verladung: Kommissionierte Waren sind dem jeweiligen Auftrag zugewiesen und in passenden Packstück- oder Ladeeinheiten zusammengestellt.
- Weniger Abstimmungsaufwand: Lager, Versand und Disposition arbeiten auf einer gemeinsamen Informationsbasis.
- Abgestimmte Abholzeitfenster: Die geplante Abholung lässt sich besser mit der tatsächlichen Bereitstellung verbinden.
- Mehr Transparenz im Ablauf: Beteiligte Bereiche erkennen schneller, in welchem Status sich eine Sendung befindet.
- Verlässliche Sendungsdaten: Vollständige Angaben erleichtern die anschließende Transportvergabe, etwa über den TIMOCOM Road Freight Marketplace.
Kommissionierung verbindet die Warenbearbeitung im Lager mit der anschließenden Transportorganisation. Aus einzelnen Artikeln entsteht eine vollständig zusammengestellte Lieferung, die eindeutig einem Auftrag zugeordnet und für die weiteren Prozessschritte eingeplant werden kann.
Der zentrale Nutzen der Kommissionierung besteht darin, Unsicherheiten vor dem Transport zu reduzieren. Wenn die Waren korrekt zusammengestellt und geprüft sind und alle relevanten Sendungsdaten vorliegen, können Disposition, Lager und Versand die nächsten Schritte verlässlicher planen. Alle beteiligten Bereiche arbeiten dadurch mit einem einheitlichen Informationsstand.
Eine strukturierte Kommissionierung ersetzt keine Transportplanung. Sie schafft jedoch wichtige Voraussetzungen dafür, dass der Übergang vom Lager in den Versand geordnet erfolgt und die weitere Planung auf belastbaren Angaben basiert.
Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 58.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa.