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Verpackungslogistik: Wo über Auslastung entschieden wird

So beeinflussen Verpackung und Palettierung die LKW-Auslastung

Verladung von Paletten in einen LKW an der Rampe mit Stapler

Ein LKW kann auf dem Papier voll sein, in der Praxis jedoch trotzdem Luft fahren. Das passiert, wenn Kartons nicht ins Raster passen, zu hoch gebaut sind oder instabil werden.

Für Disposition und Transportplanung ist das mehr als ein Detail. Es kostet Fläche, Zeit und im Zweifel einen zusätzlichen Transport. Auslastung beginnt deshalb nicht erst in der Tourenplanung, sondern deutlich früher – in der Verpackungslogistik.

Der Beitrag ordnet ein, wo Herausforderungen liegen und warum sie in der Disposition landen.

Welche Rolle spielt Verpackungslogistik im Transportprozess?

Verpackungslogistik wird oft als Bindeglied zwischen Produktion und Versand beschrieben. Fachlich greift das jedoch zu kurz.

Laut Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik umfasst Verpackungslogistik alle Prozesse rund um Verpackung, Ladungsträger und Ladeeinheiten. Die Anwendungsempfehlung „Efficient Unit Loads“ von GS1 Germany  beschreibt denselben Zusammenhang aus Sicht der Warenverteilung. 

Effizient arbeitet die logistische Kette dort, wo Lade- und Transporteinheiten maßlich koordiniert sind. Als Grundmaß nennt GS1 Germany das Flächenmodul 600 × 400 Millimeter. Dieses dient dazu, Verpackungen, Ladehilfsmittel und Transportmittel an den Schnittstellen besser aufeinander abzustimmen.

Verpackung schützt das Produkt und bestimmt, wie es gelagert und transportiert wird. Auch ihre wirtschaftliche und regulatorische Bedeutung nimmt zu. Laut Umweltbundesamt lag der Verpackungsverbrauch in Deutschland 2023 bei rund 17,9 Millionen Tonnen. 

Im EU-Vergleich bleibt das Pro-Kopf-Aufkommen hoch. Mit der Verordnung (EU) 2025/40 gelten zudem ab August 2026 zusätzliche Nachhaltigkeits- und Kennzeichnungsanforderungen für Verpackungen. Verpackung entwickelt sich damit auch zum Kosten- und Compliance-Faktor – insbesondere im Kontext nachhaltiger Verpackungslogistik.

Lesen Sie auch, wie Palettentausch in der Praxis funktioniert, welche Modelle es gibt und wo typische Abstimmungsfehler auftreten.

So entsteht aus Verpackung eine Ladeeinheit

Für die Disposition wird diese Logik an der Ladeeinheit konkret. Entscheidend sind dabei drei Ebenen:

  • Produktverpackung: Stückzahl und Kartonabmessungen werden festgelegt
  • Stapelbarkeit: Kartons werden zu stabilen Einheiten gebündelt
  • Palettierung: Anordnung, Höhe und Gewicht werden definiert
     

Daraus entsteht die Einheit, mit der später gearbeitet wird. Sie beeinflusst auch, wie viele Lademeter ein Auftrag im LKW belegt. Für die Disposition sind dabei vor allem vier Größen relevant: Grundfläche, Höhe, Gewicht und Stabilität.

Diese Größen wirken sich im Alltag aus auf:

  • die Anzahl der Stellplätze
  • die Auslastung des LKW
  • den Aufwand für Verladung und Sicherung
     

Relevant ist das vor allem dann, wenn mehrere Sendungen zusammengeführt werden. Was einzeln funktioniert, lässt sich in der Kombination nicht automatisch integrieren. Stimmen Maße und Anordnung, lassen sich Flächen besser nutzen und Abläufe einfacher aufeinander abstimmen.

Warum Verpackungslogistik in der Praxis selten standardisiert bleibt

Standards schaffen die Grundlage für einen reibungslosen Ablauf – in der Praxis stoßen sie jedoch schnell an Grenzen.

Auffällig wird das dort, wo Verpackung unter realen Anforderungen entsteht. Beim Verpackungshersteller THIMM werden Produktschutz, Materialeinsatz, Lagerfähigkeit und Transportanforderungen gezielt aufeinander ausgerichtet. Gleichzeitig bleiben Lösungen flexibel genug, um auf wechselnde Kundenanforderungen sowie saisonale und kurzfristige Bedarfe reagieren zu können.

Solche Rahmenbedingungen sind in vielen Unternehmen typisch. Unter diesen Bedingungen lassen sich Ladeeinheiten nicht durchgängig vereinheitlichen. Im Transport hat das konkrete Folgen: 

  • Touren wirken rechnerisch ausgelastet, lassen im LKW-Transport aber Leerstellen
  • Palettenhöhen verhindern eine zweite Ladeebene
  • Zusätzlicher Sicherungsaufwand entsteht, weil Stabilität fehlt
  • Die Verladung dauert länger, weil Formate nicht zusammenpassen

Auch beim Umschlag wird das sichtbar. Werden Paletten für eine bestimmte Entladerichtung aufgebaut, stimmen sie nicht mehr mit dem tatsächlichen Ablauf überein. Der Mehraufwand liegt dann weniger im weiteren Ablauf, sondern durch fehlende Abstimmung zwischen Verpackung, Palettenaufbau und Handling.

Fazit: Der Transport beginnt früher als gedacht

Die Abweichungen im Transport gehen meist auf Entscheidungen zurück, die bereits im Verpackungsprozess getroffen werden – etwa bei Abmessungen, Palettierung oder Handling.

Für die Disposition bedeutet das: 
Der verfügbare Spielraum entsteht bereits vor der Tourenplanung. Was sich dort nicht sinnvoll kombinieren lässt, kann später nur noch eingeschränkt ausgeglichen werden.

Verpackungslogistik wirkt damit nicht nur vorbereitend. Sie definiert die Rahmenbedingungen, unter denen Transporte geplant und umgesetzt werden können.

Warum wir über Logistik schreiben? Weil wir seit über 25 Jahren Fracht und Laderaum zusammenbringen. Mit mehr als 58.000 Kunden ist der TIMOCOM Road Freight Marketplace eines der führenden Logistiknetzwerke für den Straßengüterverkehr in Europa. 

Olga Polasik-Rüffer

Schreibt bei TIMOCOM über Lösungen, Entwicklungen und die Menschen hinter den Geschichten, die den Transportalltag prägen.

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